11.07.2013 10:43 |

4 Jahre nach dem Tod

Moskauer Gericht spricht Anwalt posthum schuldig

Ein russisches Gericht hat den 2009 in Haft gestorbenen Anwalt Sergej Magnitski posthum wegen Steuerbetrugs schuldig gesprochen. Das meldete die Agentur Interfax am Donnerstag aus dem Gerichtssaal in Moskau. Das Strafverfahren war international als absurd kritisiert worden, weil sich ein Toter nicht verteidigen könne. Das russische Gericht sah das anders, verhängte aber immerhin kein Strafmaß über den Verstorbenen.

Menschenrechtler werfen der Justiz vor, mit dem nun zu Ende gegangenen Prozess den Ruf des regierungskritischen Anwalts nachträglich beschmutzen zu wollen.

Nach aufgedecktem Korruptionsskandal verhaftet
Magnitski, der in Russland für die US-Anwaltsfirma Firestone Duncan arbeitete und den Investmentfonds Hermitage Capital Management beriet, war 2008 inhaftiert worden, nachdem er einen Korruptionsskandal staatlicher Stellen aufgedeckt hatte. Dabei hatte er Offizieren des Innenministeriums vorgeworfen, den Staat um mehr als 200 Millionen Dollar geprellt zu haben. Magnitski selbst wurde dann wegen angeblicher Steuerhinterziehung festgenommen. Nach fast einem Jahr in U-Haft starb der Anwalt.

Anwalt wurde laut seiner Familie zu Tode gefoltert
Nach Angaben seiner Familie wurde der Schwerkranke in der Untersuchungshaft zu Tode gefoltert. Der damalige Vize-Chef des Gefängnisses wurde Ende 2012 vom Vorwurf unterlassener Hilfeleistung freigesprochen. Auch die Ermittlungen gegen eine Ärztin wurden eingestellt.

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