Nach dem Aus für den S-Link will die Stadtregierung weniger Autos im Zentrum haben. Dadurch sollen aktuelle und zukünftig geplante Buslinien schnell vorankommen.
Wie geht es nach dem Aus für den S-Link mit dem öffentlichen Verkehr in Salzburg weiter? Die Stadtregierung hat bereits eine klare Vorstellung. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und Verkehrs-Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) sind sich einig, dass der Bus künftig Vorrang haben soll. Das lässt sich nur umsetzen, wenn man dem Autoverkehr Platz wegnimmt.
„Es muss einen klaren Vorrang für den öffentlichen Verkehr geben“, sagt Auinger. „Natürlich schränkt das in gewissen Bereichen die Freiheit der Autofahrer ein“, stellt der Bürgermeister klar und stellt sich auf Widerstand ein. „Politisch viel zu gewinnen, wird beim Thema Verkehr für alle schwierig sein“, ist sich Auinger bewusst. „Aber darum geht es nicht. Wir wollen das Verkehrsthema endlich lösen und aus der Dauer-Diskussion herauskommen.“ Das soll nicht mit einem einzelnen großen Wurf gelingen, sondern mit vielen Einzelmaßnahmen. Zum Teil laufen diese schon, wie die Einführung der neuen Linie 17 und die Verlängerung der Linie 22. Eine größere Umstellung im Obus-Liniennetz soll Ende 2026 dann der nächste Schritt sein.
Die Linien 1 und 4 sollen ein großes Nord-Süd- und Ost-West-Kreuz bilden. Die Linie 1 wird dann von Liefering nach Salzburg Süd fahren, die Linie 4 von Kleßheim nach Mayrwies. Rundherum soll es weitere Linienanpassungen geben.
„Es wird eineinhalb Jahre brauchen um das zu diskutieren und auch zu kommunizieren“, sagt Schiester, die auch die Bevölkerung einbinden und Anregungen aufnehmen will. „Es ist nicht alles in Stein gemeißelt und lässt sich nicht mehr verschieben“, sagt sie.
Am Rudolfskai könnten nur mehr Busse fahren
Mit diesem Schritt und einer Umstellung auf einen 7,5-Minuten-Takt soll sich auf der Achse vom Hauptbahnhof nach Salzburg Süd ein 3,5-Minuten-Takt ergeben. „Da bin ich schon sehr nahe an der persönlichen Freiheit“, sagt Auinger.
Ob als Ersatz für den S-Link tatsächlich Express-Busse kommen, ist noch nicht sicher. „Das wird jetzt von den Experten geprüft“, sagt Auinger. Dabei werden neben der Strecke nach Hallein mehrere Verbindungen im Umland ohne Schienenkorridor wie Richtung Hof, Neumarkt über Henndorf oder Mattsee angeschaut. Französische Schnellbusverbindungen sollen dafür das Vorbild sein. „In Verbindung mit den geplanten Maßnahmen beim Obus hätten wir dann ein Super-Öffi-Netz“, glaubt Auinger. „Der Knackpunkt ist, dass die Busse gut durch die Stadt durchkommen“, ergänzt Schiester.
Da werden aktuell Maßnahmen entwickelt, um dem Bus auf den wichtigsten Verbindungen den Vorrang einzuräumen. Das betrifft etwa die Innsbrucker Bundesstraße oder die Vogelweiderstraße. Langfristig ist auch eine Auflösung der Einbahnen im Zentrum – Rudolfskai und Imbergstraße – denkbar. Der Rudolfskai wäre dann für den Busverkehr reserviert. „Da würde sich der Bus 4,5 Minuten durchs Zentrum sparen. Das ist viel. Aber damit das funktioniert, muss ich Autos herausnehmen“, erklärt Stadtchef Auinger.
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