10.07.2013 20:46 |

Alter Film zum Start

Griechenlands Staats-TV sendet wieder

Knapp einen Monat nach seiner überraschenden Schließung ist das staatliche griechische Fernsehen mit neuem Namen wieder auf Sendung gegangen. Das "Hellenische Öffentliche Fernsehen" (Helleniki Dimosia Tileorasi - EDT) startete um 21 Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ) mit einer alten griechischen Filmkomödie in Schwarz-Weiß aus den 1960er-Jahren. Gesendet wird aus dem Studio einer Privatfirma im Osten Athens.

"Das ist eine Übergangslösung", sagte Staatssekretär Pantelis Kapsis dem Nachrichtensender Skai. Es werde zunächst nur ein Notprogramm mit Filmen, Dokumentationen und Musiksendungen geben. "Nachrichten wird es zunächst in der Form von Einblendung von Texten als Laufband geben", so Kapsis. Diese Übergangsphase werde dauern, bis ein neues, verschlanktes Staatsfernsehen aufgebaut sei. Es wird damit gerechnet, dass es erst in zwei bis drei Monaten ein normales TV-Programm geben wird. Wann auch ein neues staatliches Radio auf Sendung gehen wird, blieb zunächst unklar.

Schließung führte zu landesweiten Protesten
Die Regierung in Athen hatte das staatliche Fernsehen ERT Mitte Juni im Zuge ihrer Sparmaßnahmen überraschend per Dekret des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras geschlossen. Der Schritt führte zu landesweiten Protesten und zu Turbulenzen in der Koalition. Die kleinere Partei Demokratische Linke verließ aus diesem Grund die Athener Regierung. Seitdem haben die Konservativen und ihr kleinerer Koalitionspartner, die Sozialisten, nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Abgeordneten im 300-Sitze-Parlament.

Journalistengewerkschaft: "Piratensendung"
Die rund 2.700 Angestellten des geschlossen Staatsrundfunks halten die Zentrale im Athener Vorort Agia Paraskevi weiterhin besetzt und senden ein Protestprogramm via Internet. Ihre Gewerkschaft charakterisierte die Sendung des neuen Staatsfernsehens als eine "Piratensendung". Auch die Oppositionsparteien kritisierten den Vorgang. Staatsekretär Kapsis rief die ehemaligen Angestellten auf, die Besetzung aufzugeben, sich neu zu bewerben und damit an der Bildung des neuen Rundfunks teilzunehmen.

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