Hat Kreml versagt?

Russen in Kursk: „Wir sind jetzt Sandler!“

Ausland
19.01.2025 11:00

Seit Beginn der Offensive der ukrainischen Streitkräfte in der russischen Oblast Kursk im August 2024 haben viele Einheimische ihr Dach über dem Kopf verloren. Trotz der drohenden massiven Repressalien haben sie sich am Samstag auf die Straßen getraut – und im Rahmen einer lautstarken Protestaktion ihren Frust kundgetan.

Seit Monaten tobt in der russischen Grenzregion der Krieg, nach Angaben der USA und Südkoreas sind dort auch nordkoreanische Soldaten im Einsatz. Augenscheinlich schafft es der Kreml nicht, der Lage Herr zu werden. Die russischen Behörden würden zur Unterstützung der Bevölkerung kein Geld locker machen, auch die Entschädigung für verlorene Wohnungen lasse auf sich warten, schreiben russsische Medien.

„Wir sind jetzt Sandler“, wird der Ruf der verzweifelten versammelten Menschen zitiert. Der Gouverneur der Region, Alexander Hinstein, war sichtlich bemüht, die erhitzen Gemüter wieder zu besänftigen. „Nein, ihr seid keine Sandler geworden, denn ein Sandler ist eine Person ohne festen Wohnsitz. Ihr werdet alle Zertifikate und eine Unterkunft bekommen“, stellte der Politiker in Aussicht.

Das Dilemma mit der Korruption
Für die vielen Probleme seien korrupte Beamte verantwortlich. „Ich vertraue nicht allen hier arbeitenden Beamten und nicht allen Regierungsvertretern“, gestand Hinstein. Gegen einige seien bereits Anzeigen erstattet worden – „ich denke, dass viele Menschen wegen dem, was hier aufgrund von Korruption passiert, zur Verantwortung gezogen werden sollten“.

In Kursk kommt es regelmäßig zu Protesten, da die Regierung die russischen Flüchtlinge in ihrem Elend alleine lässt. Im November hatten die örtlichen Behörden erklärt, dass einige für die Missstände Verantwortliche zurückgetreten seien. Später stellte sich allerdings heraus, dass sie ihre Ämter dennoch behalten konnten …

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