Zwei Jahre lang

Geistig Behinderte und Kind in USA wie Sklaven gehalten

Ausland
19.06.2013 08:05
Eine geistig behinderte Frau und ihre sechsjährige Tochter sind im US-Bundesstaat Ohio über zwei Jahre lang praktisch wie Sklaven gehalten worden. Nach Angaben der Behörden hätten ihre drei Peiniger sie auf brutalste Weise gequält und zu verschiedenen Arbeiten gezwungen. Zudem wurden teilweise Kampfhunde und Würgeschlangen eingesetzt, um die Gefangenen in Schach zu halten. Ein Staatsanwalt sprach von "moderner Sklaverei". Zwei Männer und eine Frau (Bilder 2-4) wurden festgenommen.

"Die Opfer waren unmenschlichen Bedingungen unterworfen", sagte FBI-Fahnder Eric Smith. Sie hätten auf bloßem Zementboden schlafen müssen, ihnen sei Essen verweigert worden, sie seien geschlagen worden, teilweise hätten sie nicht zur Toilette gehen dürfen. "Sie wurden mit Waffen bedroht, mit Pitbull-Kampfhunden und mit Pythonschlangen."

Die Täter hätten ihre Opfer in einem Wohnhaus in Ashland nahe der Stadt Cleveland gefangen gehalten. Die Peiniger hätten die geistig behinderte Frau gezwungen, für sie Haus- und Gartenarbeiten zu erledigen sowie Besorgungen zu machen. Sie habe zudem die diversen Tiere füttern müssen, darunter Gift- und Würgeschlangen und einen Leguan. Nach Berichten der Polizei sei die Mutter außerdem vor laufender Kamera gezwungen worden, ihr Kind zu schlagen. Dann sei ihr angedroht worden, das Video der Polizei zu übergeben, falls sie fliehen würde.

Hintergründe völlig unklar
Am Dienstag wurden die drei Verdächtigen festgenommen. Gegen eine weitere Person wird noch ermittelt. Die genauen Hintergründe des Verbrechens, vor allem die Motive der mutmaßlichen Täter, liegen noch völlig im Dunklen. Medienberichten zufolge kassierte einer der Männer die Sozialhilfe der geistig behinderten Frau. Den Verdächtigen droht eine Anklage wegen Zwangsarbeit. Die Familien der Verdächtigen wiesen die Anschuldigungen als "lächerlich" zurück.

Die Polizei sei dem Verbrechen nur durch einen Zufall auf die Spur gekommen, berichteten US-Medien. Polizisten hätten die Frau bereits Ende 2012 bei einem Ladendiebstahl erwischt. Damals habe sie darum gebeten, ins Gefängnis zu kommen. Zur Begründung habe sie gesagt, dass die Menschen, bei denen sie lebe, gemein zu ihr seien. Dies habe die Behörden stutzig gemacht und zu weiteren Nachforschungen bewegt. Schließlich hätten die Behörden das Haus nun gestürmt. "Wir werden wieder einmal daran erinnert, dass moderne Sklaverei auch bei uns existiert", zitiert der TV-Sender CNN Staatsanwalt Steven Dettelbach. Mutter und Tochter gehe es demnach gut.

Erinnerungen an Castro-Fall
Das Verbrechen weckt böse Erinnerungen in den USA: Erst im Mai hatte die Polizei in Cleveland drei Frauen befreit, die rund zehn Jahre lang festgehalten worden waren. Dem 52-jährigen mutmaßlichen Peiniger Ariel Castro wird vorgeworfen, eine der Entführten vergewaltigt, geschwängert und sie dann derart misshandelt zu haben, dass sie das Kind verlor. Die Frauen sind heute 23, 27 und 32 Jahre alt.

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