Das Land Burgenland setzt einen Meilenstein in der Kinder-und Jugendmedizin. Fortan ist sichergestellt, dass junge psychosozial belastete Menschen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt jene ganzheitliche Hilfe erhalten, die sie so dringend benötigen.
Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen hierzulande entwickelt in den Jugendjahren mindestens einmal eine behandlungsbedürftige psychische Auffälligkeit. Tendenz: stark steigend! Ursache für die zunehmende psychosoziale Belastung sind die Nachwirkungen der Pandemie sowie globale Krisen wie Kriege und Klimawandel, die mit sozioökonomischer Unsicherheit verbunden sind und die auch burgenländische Kinder in ihren Familien zu spüren bekommen. All die Probleme führen häufig zu Symptomen, die oft nicht als psychiatrische Erkrankungen eingeordnet werden können, aber eine adäquate Behandlung erfordern, um einen chronischen Verlauf zu verhindern.
Ganzheitliches Konzept
„Um eine aufbrechende Versorgungslücke zu schließen“, hat Primarius Peter Zarits, Vorstand der Abteilung für Kinder-und Jugendheilkunde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, gemeinsam mit seinem Team ein Konzept zur Implementierung einer stationären psychosomatischen Grundversorgung entwickelt. „Die Psychosomatik beschäftigt sich mit Krankheitsbildern, bei denen keine körperliche Ursache gefunden werden kann. Darunter fallen etwa chronische Bauch-und Kopfschmerzen, Angst-und Essstörungen, emotionale Entwicklungsstörungen oder Trauma-Folgeerkrankungen“, erklärt Zarits.
Stationäre Betreuung
Nachdem das Land bis 2034 rund 250 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung des Spitals investiert, wurde zwecks ganzheitlicher Versorgung schon jetzt ein neues Psychosomatik-Angebot auf der Kinderabteilung aufgebaut. Laut Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist damit ein wichtiges Etappenziel erreicht: „Mit dieser bedeutenden Maßnahme stellen wir wichtige gesundheitliche Weichen für die heranwachsende Generation.“ Eine Investition, für die Spitalsgeschäftsführer Robert Maurer dem Land explizit dankt: „Es ist uns eine große Freude, diese essenzielle Vorsorgung für Kinder und Jugendliche anbieten zu können.“
Der Anspruch des Teams ist es, Kinder und Jugendliche mit mannigfaltig belasteten Lebensgeschichten in eine positive Zukunft zu führen.
Primarius Dr. Peter Zarits
Familienzentrierter Ansatz
Bereits jetzt werden auf der Kinderstation zwei Zimmer mit vier Betten genutzt. Mit der Neugestaltung der Abteilung sind sechs Betten vorgesehen. Auch personell wurde aufgestockt. Das neu zusammengestellte multiprofessionelle Team besteht aus Kinderärzten -und -psychiatern, Psychologen, Diätologen, Physio-, Ergo- und Psychotherapeuten sowie Sozial-und Heilstättenpädagogen.
„Wir erarbeiten für jeden Patienten und jede Patientin ein individuell abgestimmtes Therapieangebot aus und beziehen auch die Familien mit ein“, so Zarits. Ein freiwilliger stationärer Aufenthalt dauert sechs bis acht Wochen und besteht unter anderem aus Verhaltens-und Kreativtherapie. Danach werden die Patienten in die ambulante Nachbehandlung begleitet.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.