An der Wiener Staatsoper feierte Puccinis Klassiker „Turandot“ Wiederaufnahme mit der Russin Elena Pankratova in der Rolle der chinesischen Prinzessin. Fazit: ein souveräner Repertoire-Abend!
Turandot, „eisumgürtete Prinzessin“ und Prinzenschlächterin, stellt in der Staatsoper wieder ihre tödlichen Fragen: Elena Pankratova dominiert die Puccini-Wiederaufnahme in Claus Guths zwiespältiger, als Psychodrama mit Nordkorea-Flair zurecht gedrehter Inszenierung. Ein Wettsingen großer Stimmen! Pankratova ist eine Turandot mit orgelndem Riesensopran. Mühelos überdeckt sie in der Arie „In questa regia“ und der Rätselszene das Orchester. Eiskalt und scharf strahlt die Stimme, Zittern und Ängste, gegen Prinz Calaf zu verlieren, bleibt sie aber schuldig.
Zu warm leuchtenden Pianostellen findet sie im 3. Akt. Überzeugend Selene Zanettis wohlklingender Sopran bei ihrem Liù-Debüt: Kraftvoll die Höhe, Gefühlsregungen wirken etwas wenig differenziert. Überzeugend auch der US-Tenor Michael Fabiano als Calaf: Die klar geführte Stimme mit enormer Energie, Präsenz und Hochglanzpolitur besticht. Verlässlich die übrige Besetzung, vor allem Martin Hässler, Carlos Osuna & Hiroshi Amako (Ping, Pang, Pong). Carlo Rizzi am Pult schätzt gewaltige Orchester-Entladungen. Hochspannung hält er souverän. Jubel!
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