Hochwasser im Osten
Pegel in Slowakei steigen ++ Ungarn rüstet sich für Flut
Die slowakische Hauptstadt rüstet sich seit Tagen für die Fluten der Donau, auch die hochwasserführende March an der Grenze zu Österreich bereitet Probleme (siehe Infobox). Laut offiziellen Prognosen soll die erwartete Scheitelwelle der Donau in Bratislava um gut 20 Zentimeter höher als angenommen sein - und noch am Donnerstag bis auf den absoluten Rekordwert von 10,40 Meter klettern. Bereits kurz nach Mittag hatte der Pegel 10,30 Meter überschritten. Dammwände wurden zuletzt teils noch weiter aufgestockt, in einigen Teilen der Stadt halten nur noch diese Barrieren die Fluten von den Straßen ab.
Bislang sickerte das Wasser nur an einigen Stellen leicht durch, ohne größere Schäden zu verursachen. Der städtische Nahverkehr wurde teils umgeleitet. Etwas angespannter war die Situation am rechten Donauufer in Petrzalka (Bild 2), Bewohner in Flussnähe wurden aufgefordert, sich auf ihre eventuelle Evakuierung vorzubereiten. Äußerst kritisch blieb die Lage indes im Vorort Devin (Bild 3) am Zusammenfluss der Donau und der March, der von der Stadt abgeschnitten wurde.
Erste Evakuierungen in Ungarn
In Ungarn gab es am Donnerstag erste Evakuierungen. Die gesamte Armee wurde mobilisiert, mehr als 9.600 Kräfte stehen bereit, wie Verteidigungsminister Csaba Hende bei einer Pressekonferenz bekannt gab. Die Donau erreichte nördlich von Györ einen Pegelstand von mehr als acht Metern, bis Samstag soll der Wasserstand dort auf neun Meter steigen.
Für den Anfang der kommenden Woche ist dann auch in Budapest (Bild 4) ein Höchststand von 8,85 Metern zu erwarten. Beim bisher letzten großen Hochwasser im Jahr 2006 wurden in der ungarischen Hauptstadt 8,60 Meter gemessen. Im Verwaltungsbezirk Pest wurden am Donnerstag an die 250 Menschen aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht. Uferstraßen stehen bereits unter Wasser.
Donauufer auf knapp 200 Kilometern befestigt
Von der österreichischen Grenze bis Budapest werden derzeit auf einer Länge von mehr als 190 Kilometern die Ufer der Donau befestigt. Im Gebiet rund um Györ sind rund 5.000 Einsatzkräfte und freiwillige Helfer mit der Errichtung von Schutzdämmen beschäftigt. Im Raum Esztergom wurde das Donauufer mit etwa 230.000 Sandsäcken verstärkt, in der Stadt selbst wurden Dutzende Menschen in Sicherheit gebracht. Die Bahnverbindung sowie zahlreiche Landstraßen zwischen Komarom und Esztergom sind gesperrt.
Rotschlammdeponie offenbar nicht in Gefahr
Große Sorge bereitete eine Rotschlammdeponie in Almasfüzito in unmittelbarer Nähe der Donau. Am Donnerstagabend erklärte der Bürgermeister des Ortes, Lukacs Karansebesy, aber, dass der Damm eines Auffangbeckens standhalten dürfte. Die höchste Stelle des Beckendammes, der unmittelbar an der Donau liegt, sei fünf Meter höher als der zu erwartende höchste Pegelstand der Donau.
Laut Gutachten, die 2011 im Auftrag von Greenpeace erstellt wurden, befindet sich in dem Auffangbecken gefährlicher organischer und anorganischer Giftmüll. Die Anlage widerspricht demnach nationalem und europäischem Recht. Greenpeace hatte die Expertisen nach der Umweltkatastrophe von Kolontar im Oktober 2010 erstellen lassen. Dort waren nach einem Dammbruch zwölf Millionen Tonnen Rotschlamm ausgeflossen.
Zsolt Szigetvari von Greenpeace Ungarn erklärte allerdings am Donnerstag, die Hochwassergefahr für den Rotschlammspeicher sei gebannt. Befürchtungen gebe es jedoch hinsichtlich der unterirdischen Verbindungen zwischen Becken und Donau. Fraglich sei, welche Schadstoffe letztlich bei Senkung des Wasserspiegels aus dem Rotschlammbecken in die Donau gelangen, betonte Szigetvari.







Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.