Tore verriegelt
China: Mehr als 119 Tote bei Brand in Schlachthof
Wie viele Menschen vermisst werden, ist noch unklar. Nach unterschiedlichen Schätzungen könnten zwischen 200 bis 300 Arbeiter, vielleicht aber auch mehr in der Fabrik gewesen sein. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur Xinhua von einem lauten Knall, schwarzem Rauch und einem Stromausfall. Rund 100 Arbeitern sei die Flucht gelungen. Mitglieder der Bergungstrupps schilderten, die komplizierte innere Struktur der Fabrikhallen und beengte Ausgänge hätten die Rettungsarbeiten erschwert.
Nur ein Tor war nicht verriegelt
Nur ein Tor des Betriebes sei offen gewesen, berichteten Journalisten vor Ort, die anderen waren abgeschlossen. Ein Überlebender meinte: "Das Feuer brauchte nur drei Minuten, um sich in der Werkshalle auszubreiten."
"Ich wusste, dass die Feuertür verriegelt war, deswegen bin ich in eine Halle gelaufen", sagte Arbeiterin Guo Yan der Nachrichtenagentur Xinhua. "Jeder rannte in diese Richtung", schilderte die 37-Jährige. "Die Halle war überfüllt und die Leute fielen übereinander." Auch Guo Yan stürzte und kroch über den Boden. Ihr gelang letztendlich die Flucht. Vor dem Betrieb wartete die Arbeiterin, die nach eigenen Angaben etwa 2.000 Yuan (250 Euro) im Monat verdiente, auf Nachricht von vermissten Kollegen.
Häuser in der Umgebung evakuiert
Aus Angst vor weiteren Ammoniak-Lecks wurden die Häuser in einem Umkreis von 1.000 Metern um das Werk evakuiert, wie die Nachrichtenagentur China News Service berichtete.
In dem großen Geflügelverarbeitungsbetrieb arbeiteten 1.200 Beschäftigte, laut Xinhua wurden jährlich 67.000 Tonnen Geflügelprodukte hergestellt.
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