Älter als gedacht

„Geburtsdatum“ des Mondes muss korrigiert werden

Wissen
18.12.2024 17:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bereits im Vorjahr ergaben Analysen des im Rahmen der „Apollo 17“-Mission eingesammelten Mondstaubes, dass der Erdtrabant älter ist als bisher angenommen. Nun sind diese nach Arbeiten eines Forscher-Trios aus den USA, Frankreich und Deutschland Annahmen noch einmal untermauert und das Alter des Mondes weiter nach oben geschraubt worden.

Laut den jüngsten Analysen ist der Mond zwischen 80 und 180 Millionen Jahre älter als bisher angenommen. Denn das Alter der meisten Gesteinsproben von der Mondoberfläche spiegle die Erkaltung dieses Magmas und nicht die Entstehung des Mondes wider, so die Forschenden im Fachblatt „Nature“. Kurz nach der Entstehung der Ur-Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren hatte es im Sonnensystem noch einmal gewaltig gekracht: Der marsgroße Himmelskörper Theia stieß mit der Ur-Erde zusammen. Der Zusammenprall katapultierte große Mengen an glühendem Gestein aus Kruste und Mantel der beiden Himmelskörper ins Weltall – aus diesen Überresten der planetaren Katastrophe bildete sich der Mond.

Aber wann genau geschah das? Von den „Apollo“-Astronauten und einer Reihe unbemannter Missionen zur Erde gebrachte Gesteinsproben lieferten ein Alter von 4,35 Milliarden Jahren für das Erkalten der Mondoberfläche. Deshalb galt dies bisher auch als Alter des Erdtrabanten. Doch die Forscher fanden auch kristalline Einschlüsse im Mondgestein, sogenannte Zirkone, die älter waren. Das weckte Zweifel am angenommenen Mondalter. 

„Verjüngung“ der Oberflläche durch Magma
Francis Nimmo von der University of California, Thorsten Kleine vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und Alessandro Morbidelli von der Universität Sorbonne präsentieren jetzt eine Lösung für das Dilemma. Der frisch entstandene Mond zog seine Bahn demnach zunächst auf einer stark elliptischen Bahn sehr nahe an der Erde. Dabei durchlief der Erdtrabant eine Phase sehr starker Gezeitenkräfte, die sein Inneres aufheizten, Magma an die Oberfläche transportierten und so für eine scheinbare Verjüngung sorgten. Die Schlussfolgerung: Der Mond könnte sogar bis zu 4,53 Milliarden Jahre alt sein!

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