Denkmal- und Stadtbildschützer in Wien sind entsetzt. Am Elterleinplatz sowie am Währinger Gürtel sollen zwei historische Häuser abgerissen werden, um Platz für Haltestellenzugänge zur U-Bahn zu schaffen.
Wien ist stolz auf seine historischen Baujuwelen. Und normalerweise sind sie besser geschützt als Neubauten. Doch einer „höheren Sache“ dürfen sie geopfert werden. Aber muss das immer so sein?
Im Zuge des U5-Baus ist die Frage wieder hochaktuell. Ein markantes Eck-Haus am Elterleinplatz im 17. Bezirk sowie ein Gründerzeitensemble am Währinger Gürtel 41 im 18. Bezirk sollen – obwohl in Schutzzonen gelegen – weg. Denn dort sind Zugänge zu U-Bahn-Haltestellen geplant. Zum Elterleinplatz fährt ja künftig die U5 – wir berichteten.
Stadtbild- und Denkmalschützer sind alarmiert. Sie fordern statt Abriss die Integration der Stationsgebäude in den historischen Bestand. Beispiele dafür gibt es. Etwa die U3-Station Volkstheater oder der U1-Abgang Karlsplatz beim Hotel Bristol. Sie wollen nicht die U-Bahn verhindern, sondern dass alt und neu miteinander verbunden werden.
Markus Landerer (Initiative Denkmalschutz) und Stephan Erath haben dazu eine Petition im Rathaus eingebracht.
Petition abgelehnt
Diese wurde aber nicht zugelassen. Begründung: Das habe nichts mit der Stadt zu tun, die Wiener Linien seien juristisch eigenständig. Und als Verkehrsbetrieb steht das Eisenbahngesetz hinter ihnen. Sprich: Öffis gehen vor Ästhetik.
Die Denkmalschützer halten das für vorgeschoben und meinen, die Politik könne sehr wohl Einfluss auf die Wiener Linien nehmen. Sie werden die Ablehnung beeinspruchen und eine neue Petition starten.
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