12,6 Millionen Fälle

Lateinamerika erlebt schwere Dengue-Epidemie

Ausland
10.12.2024 21:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Lateinamerika erlebt derzeit die schwerste Dengue-Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen 1980. In diesem Jahr wurden 12,6 Millionen Fälle gemeldet, das sind fast dreimal so viele wie 2023. Die meisten Menschen infizierten sich in Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Argentinien.

Das Dengue-Fieber wird wegen der Schmerzen manchmal auch „Knochenbrecherkrankheit“ genannt. Typisch sind Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-, Glieder-, Knochen- oder Gelenkschmerzen. Die Erkrankung wird von der Gelbfiebermücke übertragen und ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet.

Nicht jede infizierte Person erkrankt, in vielen Fällen ist der Verlauf mild. Bei einem bis fünf Prozent der Fälle nimmt die Krankheit aber einen schweren Verlauf oder endet gar tödlich. Besonders gefährdet sind Kinder.

„In Ländern wie Guatemala sind 70 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit Dengue-Fieber bei Kindern zu verzeichnen“, sagte Jarbas Barbosa, Direktor von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO). Heuer sind insgesamt mehr als 7700 Menschen in Lateinamerika an der Viruserkrankung gestorben.

Schlechte Abwasserwirtschaft
Grund für die schwere Epidemie waren günstige Bedingungen für die Mücken, darunter starke Niederschläge und hohe Temperaturen. Zudem begünstigen der unregulierte Wohnungsbau und eine schlechte Abwasserwirtschaft laut der PAHO die Ausbreitung des Virus.

In mehreren Ländern laufen derzeit Programme, bei denen modifizierte Mücken ausgesetzt werden, die das Wachstum von Viren verhindern. „Die Impfung wird die Ausbreitung des Virus weder kurz- noch mittelfristig stoppen und bietet keine unmittelbare Hilfe bei einem Ausbruch“, sagte Barbosa.

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