Verstopfte Straßen, wütende Autofahrer, frustrierte Einsatzkräfte, angeschlagene Wirtschaft – der Ausweichverkehr der A10-Baustelle zieht einen Rattenschwanz an negativen Folgen mit sich.
Seit Beginn der Tunnelsanierungen wettern die Bürgermeister der hauptbetroffenen Orte, Kuchl und Golling, gegen die Blechlawine. „Die Sicherheit sei gefährdet, man könne nicht einmal mehr normal einkaufen, alles dauert ewig, Dreck, Staub und Lärm beherrschen die sonst so idyllischen Zentren“ – Kritik gab es massenhaft von Bürgern.
Nun haben die Ortschefs erstmals ein Werkzeug in der Hand, um die Gemeindestraßen schützen zu können: Per Landesverordnung dürfen die Orte nun selbst entscheiden, ob und wann sie eigene Straßenzüge per Wachdienst kontrollieren und sperren lassen.
„Es kostet, das ist es uns aber wert.“
Thomas Freylinger, ÖVP-Bürgermeister in Kuchl, wirkt zufrieden: „Wir haben jetzt selber die rechtliche Handhabe, auf unseren sehr oft einspurigen Gemeindestraßen, die Stauausweicher fernzuhalten und nur für Ziel- und Quellverkehr befahrbar zu machen. Das kostet zwar etwas, aber das ist es uns wert.“ Die Verordnung diene dem Schutz der einheimischen Autofahrer.
Ob man jetzt entspannter ist, was die Wintersaison betrifft? Martin Dietrich, SPÖ-Bürgermeister von Golling: „Es ist gut, dass wir die Verordnung haben. Wir hoffen, dass es Entlastung bringt. Wir blicken aber mit Bangen dem Winterreiseverkehr entgegen.“ Für die Landesstraße gelten übrigens ab 19. Dezember neue A10-Abfahrtssperren: Die Abfahrt von Hallein ist nur mit Zielen innerhalb von 20 Kilometern, von Kuchl und Golling nur innerhalb von 35 Kilometern erlaubt.
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