Assad vor dem Ende?

Dschihadisten rücken vor, Gegenoffensive gestartet

Ausland
04.12.2024 09:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Großoffensive der Islamisten in Syrien geht weiter (siehe Video oben) – und gefährdet damit die Macht des Diktators Baschar al-Assad. Dessen Armee versucht nun mit einer Gegenoffensive die Rebellen zurückzudrängen – das ist der Armee kurz vor Hama bereits gelungen.

Seit vergangener Woche rücken die Aufständischen des „Komitees zur Befreiung der Levante“ im Norden Syriens vor. Sie haben bereits Aleppo eingenommen, die zweitgrößte Stadt des Landes. Nun sind Kämpfer der Dschihadistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) laut Beobachterinnen und Beobachtern kurz davor, Syriens viertgrößte Stadt Hama einzunehmen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH) meldete am Dienstagabend, dass einige Stadtviertel bombardiert worden seien. Familien aus Hama würden in den Süden der Provinz oder weiter in die Nachbarprovinz Homs fliehen.

Dschihadistische Kämpfer in der Nähe von Hama
Dschihadistische Kämpfer in der Nähe von Hama(Bild: AFP or licensors)
(Bild: AFP/Omar Haj Kadour)
Eine Polizeistation
Eine Polizeistation(Bild: AFP/Omar Haj Kadour)
Hama
Hama(Bild: AFP/Omar Haj Kadour)
Rauch zwischen Aleppo und Hama
Rauch zwischen Aleppo und Hama(Bild: AFP/Bakr Alkasem)

Assads Verbündete geschwächt
Der militärische Erfolg der Dschihadisten hängt unter anderem wohl damit zusammen, dass die wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers geschwächt sind: Der Iran und die mit ihm verbündete schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon durch die Kämpfe mit Israel und die russischen Truppen durch den Krieg in der Ukraine.

Der iranische General Javad Ghafari soll die Regierungstruppen aber nun unterstützen. Er wurde durch seine Rolle bei der Rückeroberung Aleppos 2016 als „Schlächter von Aleppo“ bekannt. Am Mittwoch wurde gemeldet, dass die Armee von Assad eine Gegenoffensive begonnen habe. In der Nacht drängten die Streitkräfte die Aufständischen von der Stadt Hama rund zehn Kilometer nach Norden zurück.

Diktator ließ auf Demonstrierende schießen
Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, deren Informationen aus einem weitverzweigten Netzwerk von Informanten vor Ort stammen, kamen mehr als 570 Menschen bei den jüngsten Kämpfen ums Leben, darunter knapp 100 Zivilpersonen. Der Bürgerkrieg war bereits 2011 entflammt, nachdem Diktator Assad auf Demonstranten schießen lassen hatte. Unter die Aufständischen mischten sich rasch Islamistengruppen, ein Krieg entwickelte sich.

2015 griff Russlands Regierung ein, das Blatt wendete sich wieder zugunsten Assads. Er konnte sich an der Macht halten. HTS ist ein syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, hat nach eigenen Angaben seit einigen Jahren aber keine Verbindungen mehr zu dem Netzwerk. Hama war zu Beginn des Kriegs eine Bastion der Opposition gegen die Regierung.

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