Die „Krone“ holt Herzensmenschen, die sich für andere einsetzen, vor den Vorhang: Eine von ihnen ist Gertraud Scheichl. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für die rollende Essensausgabe „Vinzibus“.
Unzählige Telefonate fallen an. Oft muss sie schnell reagieren und einen Ersatz für Fahrer oder Küche finden.
Gertraud Scheichl (81) ist die gute Seele beim Vinzibus, jenem Ort, wo Bedürftige eine Mahlzeit bekommen. Abend für Abend parkt der Bus beim Schloss Mirabell ein. Seit 24 Jahren gibt es das von den Vinzi-Werken initiierte Angebot schon. Nur wegen Corona war einmal kurz Pause.
Bis zu 50 Personen stehen dann in der Schlange. Ihre Lebensgeschichten sind bitter, oft tragisch. Von der Gruppe ukrainischer Frauen bis zu Gestrandeten aus dem Inland, die ihren Job verloren haben.
Gertraud Scheichl ist Helferin der ersten Stunde. Sie koordiniert die Fahrer und Beifahrer und organisiert die Speisen.
Heute weniger Essensspenden
Die Liste der Klöster, die für den Vinzibus aufkochen, wurde zuletzt immer kürzer: „Es ist nur noch eine Handvoll“, so Scheichl. Barmherzige Brüder, St. Peter, Herz-Jesu-Missionare und die Bischofs-Würstl aus der Borromäum-Küche sind fix im Speisenplan vermerkt. Lücken füllt Scheichl mit ihrem unermüdlichen Engagement auf. Über Kontakte aus den Pfarren fand sie auch Privatpersonen, die einspringen und 200 Scheiben Brote belegen. Und wenn alle Stricke reißen, kann sie noch auf eine Pizzeria zurückgreifen.
„Für die Dienste hab ich mir ein Radl erarbeitet“, erzählt Scheichl. Rund 60 Freiwillige – vom Pensionisten über Berufstätige bis zu Studenten – hat sie im Pool für Fahrer und Beifahrer. Zwei Personen müssen es immer sein, alleine schon wegen des Teekanisters, der gestemmt werden muss.


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