14.05.2013 17:25 |

Fuß fassen

Wie Sie die Probezeit im neuen Job überstehen

In vielen Arbeitsverträgen wird zu Beginn des neuen Dienstverhältnisses eine Probezeit vereinbart, in der sich Arbeitnehmer und vor allem Arbeitgeber darüber klar werden können, ob die Stelle nun richtig besetzt ist. Als Job-Neuling hat man somit eine große Aufgabe: zu überzeugen!

Die Probezeit wird entweder im Arbeitsvertrag oder im geltenden Kollektivvertrag geregelt. Sie beträgt normalerweise zwischen drei und sechs Monaten – längere Probezeiten sieht der Gesetzgeber nicht vor. Die Probezeit kann jedoch einvernehmlich verlängert werden, wenn Unsicherheit besteht, ob der neue Mitarbeiter in seiner Position wirklich richtig ist.

In der Probezeit stehen Sie unter intensiver Beobachtung von allen Seiten: Ihr Chef will schnell das Gefühl haben, dass er sich den richtigen neuen Mitarbeiter ins Team geholt hat. Ihre Kollegen sind angespannt, weil sie nicht wissen, wer ihnen da ins Nest gesetzt wurde: ein Streber, ein Mitläufer, ein Schlendrian? Und auch von anderen Abteilungen, mit denen Sie möglicherweise zusammenarbeiten, werden Sie kritisch unter die Lupe genommen.

Etwa jeder zehnte Arbeitsvertrag wird nach der Probezeit gelöst. Es gilt also, sehr wachsam gegenüber Fettnäpfchen und klassischen Anfängerfehlern zu sein. Denn häufen sich diese und passen Sie aufgrund Ihrer Persönlichkeit nicht auf Anhieb ins Team, kann das Grund genug sein, auf Sie zu verzichten. Damit das nicht passiert, sollten Sie auf folgende drei Bereiche besonders achten.

1. Informationen sammeln
Nutzen Sie die Probezeit dazu, Ihr unmittelbares Umfeld von Beginn an gut kennenzulernen. Stellen Sie Fragen, bitten Sie Kollegen um Hilfe und zeigen Sie, dass Sie deren Erfahrungswerte schätzen. Ein Alleinkämpfer, der deutlich zeigt, dass er keine Unterstützung will, wird in den seltensten Fällen geschätzt. Achten Sie aber auch darauf, zu zeigen, dass Sie den Job nicht umsonst bekommen haben. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Sie bei jedem Handgriff Zusatzinformationen brauchen. Als Faustregel gilt: Allgemeines bzw. allgemein zugängliches Wissen sollte angewendet, unternehmens- und teamspezifisches Wissen erfragt werden.

Zum Thema Informationen sammeln zählen auch die generellen Verhaltensussancen im Unternehmen: Wie begrüßt/verabschiedet man sich, wie werden die Pausen gestaltet, wie kleidet man sich, wie wird untereinander kommuniziert? Seien Sie aufgeschlossen gegenüber anderen und stets freundlich.

Arbeitsabläufe und unternehmensspezifisches Wissen sollten Sie genau erfragen und notieren. Sie müssen in der Probezeit viele Informationen behalten können und anwenden lernen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie das ohne weiteres können. Und zweimal dasselbe zu fragen, erzeugt nicht unbedingt das beste Bild.

2. Aktiv werden und leisten
Sie sollten daher so schnell wie möglich beginnen, die aufgenommenen Informationen umzusetzen, mit dem Ziel, sich rasch nicht mehr als "Neuer" von Ihren Kollegen abzuheben. Verhalten Sie sich in der Probezeit immer Ihrer neuen Position entsprechend, daher: Nicht gleich die Welt aus den Angeln heben und an den Stuhlbeinen Ihres Chefs sägen. Wer sich in dieser Zeit einen Feind macht, erhöht das Risiko, sich gleich wieder auf Jobsuche begeben zu müssen.

Bringen Sie Ihr Wissen und Ihre Qualifikationen zielgerichtet ein, sorgen Sie dafür, dass Ihr Chef mitbekommt, was Sie leisten. Und: Kontrollieren Sie Ihre Arbeit, bevor Sie deren Ergebnis an andere weitergeben. Fehler haben gerade in der Probezeit stärkere Auswirkungen als später.

3. Integration
Werden Sie von Kollegen mit in die Mittagspause genommen? Wird Ihr Wissen wertgeschätzt? Haben Sie erste kleine Erfolge aufzuweisen? Wenn ja, dann sind Sie integriert und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie übernommen werden.

Absolute Tabus in der Probezeit
Es sind die Klassiker, die an dieser Stelle aber trotzdem Erwähnung finden sollen: Unpünktlichkeit, Überheblichkeit und Besserwisserei, Missachten von definierten Arbeitsabläufen und Hierarchien, eigene Fehler verleugnen, vorlaut sein. Wenn Sie einmal unangenehm aufgefallen sind, bleibt dieser Eindruck haften und reduziert Ihre Chancen.

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