Nach Einsturz
Bangladesch: Fabrikbesitzer festgenommen
Der Besitzer des Rana-Plaza-Gebäudes, Sohel Rana, sei gefasst worden und werde vor Gericht gestellt, teilte der Vize-Innenminister Shamsul Haque Tuku am Sonntag mit. Der Chef der Polizeieliteeinheit ergänzte, der Unternehmer sei in Benapole an der indischen Grenze gefasst und im Hubschrauber zurück in die Hauptstadt Dhaka gebracht worden. Rana ist Mitglied der Regierungspartei in Bangladesch.
Bereits am Samstag wurden drei Chefs von in dem Gebäude ansässigen Textilfabriken unter dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung festgenommen. Es handelt sich nach Polizeiangaben um Bazlus Samad, Chef der Firmen New Wave Buttons und New Wave Style, Mahmudur Rahaman Tapash, einen leitenden Angestellten einer der beiden Firmen, sowie Aminul Islam, Chef zweier anderer Fabriken. Zudem seien zwei Ingenieure in Gewahrsam, die das eingestürzte Gebäude abgenommen hätten.
Keine Lebenszeichen mehr unter den Trümmern
Seit Samstag wurden erneut Dutzende Überlebende aus den Gebäudetrümmern gerettet. Die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, sank jedoch. Weil es nach Angaben der Feuerwehr am Sonntag unter den Trümmern keine Lebenszeichen mehr gab, wurde gemeinsam mit der Armee entschieden, schweres Gerät einzusetzen, um die Trümmerteile vorsichtig abzuräumen. "Unsere Hoffnung ist, dass wir vielleicht doch noch Überlebende unter den Trümmern finden", sagte der nationale Feuerwehrchef Ahmed Ali.
Das teilweise illegal errichtete Gebäude in Dhaka war Mittwochfrüh eingestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen mindestens 3.000 Menschen in fünf Fabriken in dem Gebäude gearbeitet haben. Zahlreiche Textilarbeiter protestieren seit dem Einsturz gegen die miserablen Arbeitsbedingungen in ihrer Branche. Viele der 4.500 Textilfabriken des Landes wurden deshalb vorübergehend geschlossen, die Fabrikbesitzer erklärten Samstag und Sonntag zu freien Tagen.







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