Ausbildung zu kurz?

Russische Soldaten sterben immer schneller

Ukraine-Krieg
16.11.2024 16:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die russischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg sterben schneller als noch zu Beginn der Kämpfe vor fast drei Jahren. Zudem seien sie immer älter und schlecht ausgebildet, berichtete jetzt die BBC. Der russische Fernsehsender wertet regelmäßig die offiziellen Daten über die Gefallenen aus.

Demnach kommen heute 1,6 Mal mehr Soldatinnen und Soldaten ums Leben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wird mit Kriegsbeginn 2022 verglichen, sind es jetzt gar doppelt so viele. Der russische Ableger des britischen Fernsehsenders begründet den Anstieg mit der Intensität der russischen Angriffe – beispielsweise in der Region Donezk im Osten -, der „allmählichen Bestätigung der Verluste“ und den Folgen der ukrainischen Gegenoffensive im Sommer.

Ausbildung „minimal“
Ein weiterer Grund könnte die „minimale Ausbildung“ der russischen Soldatinnen und Soldaten sein. Diese dauert dem Bericht nach ungefähr drei bis zehn Tage. Freiwillige würden schon nach 12 bis 18 Tagen sterben oder vermisst. Der Zeitraum zwischen der Unterzeichnung des Vertrags und der Vermissten- beziehungsweise Todesmeldung wurde im Vergleich zu Kriegsbeginn kürzer.

„Mindestens 56 Prozent aller Todesfälle waren Menschen, die zu Beginn des Kriegs nicht mit der russischen Armee in Verbindung standen“, berichtete BBC. Darunter seien etwa Freiwillige und Häftlinge. Das durchschnittliche Todesalter der Streitkräfte lag zu Beginn des Kriegs bei 21 Jahren, inzwischen hat es sich auf 38 Jahre erhöht.

Weitere Dörfer eingenommen
Obwohl die Verluste höher würden, habe die russische Armee keine Probleme, neue Freiwillige zu finden. Laut dem Verteidigungsministerium in Moskau wurden gerade zwei weitere Dörfer im Osten der Ukraine eingenommen. Es handle sich um die Ortschaften Makariwka und Hryhoriwka in der Region Donezk.

Die russischen Truppen rücken schon seit längerem langsam, aber stetig an der Ostfront vor, die ukrainischen Einheiten stehen unter Druck. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, dass alles Mögliche unternommen werden müsse, um den Krieg 2025 auf diplomatische Weise zu beenden.

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