Die Entscheidung von Fitch ist eine weitere Ohrfeige für Finanzminister George Osborne und seinen unbeliebten Sparkurs. Er hatte das Amt 2010 mit dem Versprechen angetreten, das Spitzenrating zu verteidigen.
Wie auch in Südeuropa tobt in Großbritannien ein heftiger Streit über die Frage, ob der Sparkurs der Regierung zu weit geht und damit einer Erholung von Wirtschaft und Staatsfinanzen im Wege steht. Das Finanzministerium erklärte, die Herabstufung sei eine Erinnerung daran, dass Großbritannien seinen Schuldenproblemen nicht davonlaufen könne.
Herabstufung wegen Wirtschaftsflaute und Defizit
Großbritannien zahlt mit der Herabstufung den Preis für die hartnäckige Wirtschaftsflaute und ein seit der Finanzkrise ausuferndes Staatsdefizit. Der Wirtschaft droht derzeit die dritte Rezession in Folge - der gefürchtete "Triple Dip". Erst Ende März hatte die Regierung ihre Wachstumsprognose auf 0,6 Prozent halbiert.
Die Finanzkrise und ihre Folgen haben die Verschuldung Großbritanniens so rasant ansteigen lassen wie in kaum einem anderen Land. Der Gesamtschuldenberg verdoppelte sich innerhalb von fünf Jahren auf rund 90 Prozent der Wirtschaftsleistung. Grund ist vor allem der riesige Finanzsektor des Landes. Dieser erforderte während der Krise zahlreiche teure staatliche Rettungsaktionen. Die Wirtschaft ist seitdem nie wieder richtig auf die Beine gekommen.
"AAA" nur noch bei Standard & Poor's
Ende Februar hatte bereits die Agentur Moody's den Briten das Spitzenrating entzogen. Einzig bei Standard & Poor's hat das Land noch immer die Bestnote "AAA" - aber auch hier wackelt die Bewertung, wie Standard & Poor's Anfang April erklärte.
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