Die Vorwürfe gegen einen hochrangigen Linzer Polizeioffizier, eine Spitzenbeamtin in Chats und Gesprächen gemobbt zu haben, ziehen nun Konsequenzen nach sich. Die Anschuldigungen sollen der oberösterreichischen Polizeiführung schon seit über einem Jahr bekannt gewesen sein.
„Tauchstation“ lautet der Befehl aus dem Innenministerium an die Führungsriege der Polizei in Oberösterreich – im Fall eines wegen Mobbings beschuldigten Offiziers hat man sich in Wien das Sprechen vorbehalten.
Mehrere Kollegen sollen betroffen sein
Denn die Anschuldigungen treffen auch die obersten Polizisten des Landes. Sie sollen von ungebührlichem und herabwürdigendem Verhalten gegenüber Kollegen – nicht nur Frauen – schon zumindest seit einem Jahr von mehreren Seiten informiert gewesen sein. Auch andere Offiziere, die mutmaßlich betroffene Untergebene vertraten, hätten zum Handeln gedrängt – aber man habe nichts getan.
Nach Postenvergabe eskaliert
Unter den Beschuldigungen sticht eine hervor. So soll es vor einem Jahr nach einer Postenvergabe – der Offizier und eine Kollegin hatten sich beworben, beide gleich qualifiziert, aber die Frau bekam den Vortritt – „über- und untergriffige“ WhatsApp-Nachrichten gegeben haben, in denen auch sexuelle Herabwürdigungen gestanden hätten.
Führung soll davon gewusst haben
Weil die Meldungen, die der Landespolizeikommandant Andreas Pilsl und auch seine Stellvertreter bekommen hätten, nicht fruchteten, gab es vor einem Monat anonyme Eingaben beim Innenministerium. Es wurde eine fünfköpfige Kommission aufgestellt und vergangene Woche sollen in der Landespolizeidirektion rund 20 Personen unter Wahrheitspflicht befragt worden sein. Seitens des Ministeriums bestätigt man, dass es eine interne Abklärung der Vorwürfe gibt.
Der betroffene Offizier wurde inzwischen nach Wels dienstzugeteilt, ist in Urlaub bzw. Krankenstand.
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