„Nicht mehr zeitgemäß“

Nachts wird es in Linzer Polizeiwachen finster

Oberösterreich
20.06.2026 11:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Das schon fast zynisch: Als „Stärkung der Polizeipräsenz in der Landeshauptstadt“ ist eine Aussendung der Landespolizeidirketion Oö übertitelt: 

Mindestens drei Streifen werden durch eine Anpassung der Öffnungszeiten für den Parteienverkehr ab 1. September in Linz zur Nachtzeit zusätzlich unterwegs sein, so die LPD OÖ: „Durch die dadurch eintretende Entlastung des Polizeidienstes für Innendiensttätigkeiten ergibt sich eine Stärkung des  Außendienstes. Vor allem in der Zeit von 22 bis 2 Uhr ist eine deutliche polizeiliche Belastung für die Außendienstkräfte in Linz feststellbar und basiert auf der Auswertung der Einsatzprotokolle.“

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Die Anpassung der Öffnungszeiten im Parteienverkehr ergeben sich aus den sinkenden Zahlen was diesen betrifft. 

Der Linzer Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner.


„Nicht mehr zeitgemäß“
Durch die höhere Streifendichte werde eine Stärkung der Sicherheit für  Linzer und zudem eine Entlastung der übrigen Streifen stattfinden. Dass jemand persönlich zu einer Polizeiinspektion kommt, um einen Sachverhalt anzuzeigen, komme immer seltener vor. Nachts offen zu halten sei nicht mehr zeitgemäß.

Nur noch von 6 bis 22 Uhr
Ab 1. September 2026 zu einer bedarfsgerechten Anpassung der Öffnungszeiten für den Parteienverkehr kommen. Mit Ausnahme der Polizeiinspektionen Hauptbahnhof, Landhaus und Nietzschestraße wird der Parteienverkehr auf die Zeit zwischen 6 und 22 Uhr eingeschränkt. 

PI Hauptbahnhof bleibt bis 2 Uhr offen
Die Polizeiinspektion Hauptbahnhof wird bis 2 Uhr der Parteienverkehr möglich bleiben. In den Polizeiinspektionen Landhaus und Nietzschestraße wird es weiterhin rund um die Uhr die Möglichkeit des Parteienverkehrs geben. „Selbstverständlich gibt es weiterhin die Möglichkeit, die Polizei 24/7 zu erreichen – einerseits über den Notruf 133 und andererseits über die Gegensprechanlage, die bei jeder Polizeiinspektion angebracht ist und mit der man direkt zum Notruf verbunden wird“, so die LPD OÖ.

Die Stadtparteien sind nicht ganz so hoffnungsfroh

Vizebürgermeister und VP-Stadtparteiobmann Martin Hajart reagiert mit Besorgnis „Sicherheit kennt keine Öffnungszeiten. Eine Sperrstunde für Polizeiinspektionen wäre daher das völlig falsche Signal.“ Besonders kritisch sieht die VP Linz etwa mögliche Einschränkungen im Bereich des Linzer Hauptbahnhofs. Dort brauche es angesichts der Alkohol- und Drogenproblematik eine durchgehende Polizeipräsenz.

Das sagt der blaue Sicherheitsstadtrat
Für FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml zeigt diese Entwicklung vor allem eines: Linz braucht dringend mehr Polizisten. „Natürlich ist jede zusätzliche Streife auf der Straße grundsätzlich zu begrüßen. Gleichzeitig zeigt diese Entscheidung aber auch, unter welchem Druck die Polizei mittlerweile steht. Wenn Inspektionen ihre Nachtöffnungszeiten einschränken müssen, um ausreichend Beamte für den Außendienst bereitstellen zu können, dann offenbart das den bestehenden Personalmangel.“

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