Kein Bezug zu Boston

Tödliches Gift Rizin auch in Brief an Obama gefunden

Ausland
17.04.2013 18:48
Nachdem in einem an einen US-Senator adressierten Brief Rizin gefunden worden war (siehe Video), hat nun auch ein an US-Präsident Barack Obama gerichteter Brief das tödliche Gift enthalten. Der Umschlag sei in einer ersten Untersuchung positiv auf Rizin getestet worden, erklärte das FBI am Mittwoch. Eine Verbindung zu dem Bombenanschlag auf den Marathon in Boston am Montag gebe es aber nicht, betonte die Bundespolizei.

Bereits am Dienstag hatten die US-Behörden den an Obama adressierten Brief mit einer verdächtigen Substanz abgefangen. Der Umschlag sei bei einer Kontrolle in einer Poststelle außerhalb des Weißen Hauses in Washington entdeckt worden, teilte der für den Schutz des Präsidenten zuständige Secret Service am Mittwoch mit. Wenig später erklärte das FBI: Der Brief enthielt das tödliche Pflanzengift Rizin. Regierungssprecher Jay Carney bestätigte die Angaben.

Rizin auch in Brief an US-Senator gefunden
Zuvor hatten die Behörden einen mit Rizin versehenen Brief entdeckt, der an einen Senator gerichtet war. Das Gift sei von Behördenvertretern bei einer Routinekontrolle entdeckt worden, sagte ein Mitarbeiter von Harry Reid, dem Vorsitzenden der Demokraten im Senat, am Dienstag. Demnach war der Brief an den republikanischen Senator Roger Wicker (Bild 3) in Washington adressiert.

Der Umschlag sei nicht im Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses, sondern in einem anderen Gebäude in Washington geöffnet worden, sagte der Mitarbeiter unter Berufung auf Reid. Der Brief habe das Büro von Senator Wicker nicht erreicht. Der Senator Terrance Gainer teilte mit, der mit Rizin versehene Brief sei nicht auf den ersten Blick verdächtig gewesen. Er sei in Memphis im Bundesstaat Tennessee abgestempelt worden, eine Absenderadresse habe gefehlt.

Einen Zusammenhang zwischen den Rizin-Funden und dem Attentat von Boston schloß das FBI allerdings am Mittwoch aus.

Bereits kleinste Dosen sind tödlich
Rizin wirkt bereits in kleinsten Dosen tödlich, wenn Menschen es verschlucken. Das Einatmen des Gifts führt zu Atemproblemen.

Bereits 2004 war in den Poststellen des US-Senats sowie des Weißen Hauses Rizin gefunden worden. Das Weiße Haus und das Verkehrsministerium hatten zudem 2003 Post mit Rizin erhalten. Auf den US-Kongress waren 2001 sogar mehrere Anschläge mit Milzbrand-Erregern verübt worden.

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