Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel ist die Zahl der antisemitischen Attacken stark angestiegen. Betroffen sind auch Juden in der Steiermark, die Anfeindungen vor allem seitens der linksextremen Szene ausgesetzt sind. Das bestätigt Elie Rosen, Präsident der jüdischen Gemeinde Graz, im „Krone“-Interview.
„Krone“: Die Novemberpogrome jähren sich zum 86. Mal. Wie wichtig sind Gedenkveranstaltungen?
Elie Rosen: Starres Gedenken hat für mich keinen Wert, wenn es sich nur um das Erinnern an historische Begebenheiten handelt. Sinnvolles Gedenken ist nur möglich, wenn es durch Reflexion geprägt ist – das heißt, dass man Bezüge zur Gegenwart herstellt. Das vermisse ich oft. Ich glaube, dass es manchen leichter fällt, sich historisch zu erinnern, als sich mit gegenwärtigen Themen der jüdischen Gemeinden auseinanderzusetzen. Wir gedenken hier in Graz nicht nur der Ereignisse des Jahres 1938, sondern auch der Wiedererrichtung der Synagoge. Das ist mir insofern wichtig, als es zeigt, dass jüdisches Leben nach 1945 wieder Platz finden konnte.
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