Der Kolumnist ist mit unserem Regierungschef bekanntlich auf Du und Du. Und zwar seit dieser sich in Sachen Bargeldabschaffung vertraulich per Du an die Österreicher gewandt hat und damit uns allen das Du-Wort angeboten hat. Seither nutzt der Kolumnist die vertrauliche Anrede „du, Karl-Kanzler“. Einzig FPÖ-Chef Herbert Kickl darf dies nicht, da ihm der Bundeskanzler als beleidigte Leberwurst ausdrücklich das Du-Wort entzogen hat.
EINERSEITS sollte man sich eigentlich freuen, wenn ein Duzfreund Erfolg hat. So wie der ÖVP-Chef Karl Nehamer, der nun vom Bundespräsidenten trotz krachender Wahl-Niederlage den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hat.
ANDERERSEITS stellen sich dieser Tage Millionen Österreicher – und mit ihnen auch der Kolumnist – die Frage, ob die Republik wirklich so etwas wie ein Erbhof der ÖVP ist. Diese ist ja seit dem Scheitern der rot-blauen Koalition im Jahre 1986 nahezu vier Jahrzehnte durchgehend in der Regierung. Und das scheinbar völlig unabhängig vom jeweiligen Wahlergebnis.
Und unser Karl-Kanzler, der große Wahlverlierer, scheint nichtsdestotrotz so etwas wie eine Pragmatisierung als Bundeskanzler anzustreben: unkündbar bis zur Pension, ganz gleich ob ihn die Österreicher wählen oder nicht.
Zur Frage, warum der Bundespräsident als altgedienter Vertreter des links-grünen Lagers diese politische Erbhof-Strategie der ÖVP mitträgt, mehr in der nächsten „Krone“-Kolumne am Donnerstag.
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