Polizei war "hilflos"

Zwei “Hexen” in Papua-Neuguinea geköpft

Ausland
08.04.2013 10:19
Im pazifischen Inselstaat Papua-Neuguinea sind laut einem Zeitungsbericht zwei ältere Frauen gefoltert und geköpft worden, nachdem sie zuvor mit Vorwürfen der "Hexerei" konfrontiert worden waren. Gewalttaten in Zusammenhang mit angeblicher Hexerei stehen in dem Land im Südpazifik nahezu an der Tagesordnung.

Die Frauen seien in der vergangenen Woche in ein Dorf verschleppt und drei Tage lang mit Messern und Äxten gefoltert worden, berichtete die Tageszeitung "Post-Courier" am Montag. Ihnen sei vorgeworfen worden, Hexerei zu praktizieren und für den Tod eines Lehrers aus dem Dorf verantwortlich zu sein. Hinter ihrer Verschleppung steckten demnach vermutlich Verwandte des Lehrers.

Die Polizei, die zu Verhandlungen in das Dorf geschickt wurde, konnte nach eigenen Angaben nichts gegen die wütende Menge ausrichten. "Wir waren hilflos", sagte der örtliche Polizeichef der Zeitung. Vor den Augen der Sicherheitskräfte wurden die Frauen schließlich geköpft.

Viele Gewalttaten im Zusammenhang mit angeblicher Hexerei
Im verarmten Papua-Neuguinea sind der Glaube an schwarze Magie und Hexerei verbreitet. Erst vor einigen Tagen war berichtet worden, dass sechs Frauen unter Hexerei-Verdacht mit glühenden Eisen gefoltert wurden. Im vergangenen Monat wiederum wurde eine Frau bei lebendigem Leib verbrannt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Regierung von Papua-Neuguinea aufgefordert, mehr gegen Gewalttaten in Zusammenhang mit angeblicher Hexerei zu unternehmen.

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