Kritik an Modekette
D: Taschenkontrolle bei Mitarbeitern, die Vierer würfeln
Die Einigung gilt nur für die Frankfurter Filiale, auch wenn der Gewerkschaft Verdi zufolge die Arbeitsbedingungen in den anderen 16 Shops der Modekette in Deutschland ähnlich sind. Dort gibt es bisher aber keine Arbeitnehmervertretung. Die oft befristet Beschäftigten hätten Angst, dass ihr Vertrag nicht verlängert werde, wenn sie sich im Betriebsrat engagierten, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Luthfa Rahman.
Hollister gehört zum US-Konzern Abercrombie & Fitch und ist auch in Österreich mit einigen Filialen vertreten. Hierzulande sind der Gewerkschaft GPA-djp derartige Praktiken nicht bekannt, hieß es auf Nachfrage.
Mitarbeiter wehren sich gegen ständige Überwachung
Der Frankfurter Betriebsrat wolle bei einer endgültigen Vereinbarung erreichen, dass Taschen und Jacken der Mitarbeiter nur noch bei einem begründeten Verdacht durchsucht werden, sagte Anwalt Peter Rölz. Videokameras sollten so angebracht werden, dass die Beschäftigten nicht permanent bei der Arbeit gefilmt würden. Die Betriebsvereinbarung soll voraussichtlich Anfang Mai geschlossen werden. Es wäre die erste bei einer Hollister-Filiale in Deutschland.
Das Unternehmen hatte die Kontrollen mit einem "überdurchschnittlichen" Schwund von Kleidungsstücken in dem Shop begründet. Taschen- und Jackenkontrollen seien für das Unternehmen existenziell, sagte der Anwalt des Mutterkonzern AFH Germany.
Angeblich Drängen zum Einkauf bei Hollister
Der Betriebsrat kritisiert neben Taschenkontrollen und Videoüberwachung auch die aus seiner Sicht überzogenen Kleidervorschriften. Nach Darstellung von Anwalt Rölz sollen sich die Mitarbeiter alle drei Monate mit Teilen der neuen Kollektion ausstatten, die sie mit einem Rabatt von bis zu 50 Prozent selbst kaufen müssten. Es gebe dazu zwar ausdrücklich keine Anweisung des Unternehmens. "Es ist aber das tatsächlich Gelebte."
Rölz zufolge sind vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt weitere Verfahren gegen AFH Germany anhängig, unter anderem wegen Verstößen gegen das Mitbestimmungsrecht bei Einstellung neuer Mitarbeiter.







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