31.03.2013 13:27 |

"Urbi et Orbi"-Segen

Papst fordert ein Ende der Gewalt in Nahost und Syrien

Papst Franziskus hat in seiner ersten Osterbotschaft als katholisches Kirchenoberhaupt Gewalt, Egoismus und Hass in aller Welt verurteilt. Die frohe Botschaft des auferstandenen Christus möge besonders diejenigen erreichen, die von einer Zeit des Leidens betroffen seien, sagte der Pontifex. Die Osterbotschaft des Papstes und den anschließenden Segen "Urbi et Orbi" verfolgten auf dem Petersplatz in Rom mehr als 250.000 Menschen.

Eindringlich forderte Franziskus einen Stopp der Gewalt im Nahen Osten. "Mögen in Nahost die Diplomatie und der Dialog eine Lösung für einen Konflikt finden, der seit zu langer Zeit anhält", sagte der Heilige Vater. Er rief Israelis und Palästinenser zu einer Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen auf. Der Papst äußerte die Hoffnung, dass sie "mutig und bereitwillig" zu einem Ende des Konflikts gelangen würden.

Im Hinblick auf den Konflikt in Syrien wünschte das katholische Kirchenoberhaupt, die Osterbotschaft von Frieden und Menschenwürde möge helfen, Hass und Gewalt zu überwinden. "Wie viel Blut ist in Syrien vergossen worden! Und wie viele Leiden müssen noch auferlegt werden, ehe es gelingt, eine politische Lösung der Krise zu finden?", fragte der Heilige Vater. Franziskus gedachte zudem der "verletzten syrischen Bevölkerung und der vielen Flüchtlinge, die auf Hilfe warten".

Der Papst erklärte, er bete für Frieden in Afrika, unter anderem für Nigeria, in dem "Anschläge das Leben vieler Unschuldiger" bedrohten. Franziskus sprach sich auch für Frieden im Kongo, Mali und dem Irak aus.

Welt "von der Gier nach schnellem Profit geteilt"
Der Pontifex äußerte die Hoffnung, dass die Osterbotschaft Frieden auf der ganzen Welt bringe, die "immer noch von der Gier nach schnellem Profit geteilt ist". Die Welt sei verwundet vom Egoismus, der das menschliche Leben und die Familie bedrohe. Der Papst verurteilte den Menschenhandel, der in diesem 21. Jahrhundert "die am weitesten verbreitete Sklaverei" sei, sowie den Rauschgifthandel und die "ungerechte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen". "Der auferstandene Jesus bringe Trost den Opfern der Naturkatastrophen und mache uns zu verantwortungsbewussten Hütern der Schöpfung!", fügte er hinzu.

In seiner Ansprache verwies der Papst besonders auf die Liebe Gottes, die stärker als das Böse und als der Tod sei. Diese Liebe könne das Leben umwandeln und einer Zukunft der Hoffnung öffnen. Ostern sei der Übergang "von der Sklaverei der Sünde zur Freiheit des Guten". Dies müsse im Alltag erfolgen. Anschließend sprach der Papst vom Balkon des Petersdoms aus den traditionellen Ostersegen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). Interessant dabei war, dass Franziskus im Gegensatz zu seinen Vorgängern die Ostergrüße nicht in verschiedenen Sprachen verlas. Die Zeremonie wurde in zahlreiche Länder übertragen.

Papst in offenem Jeep über den Petersplatz gefahren
Bei wechselhaftem Frühlingswetter zeigte sich der Himmel über dem Vatikan bedeckt. Wie schon in den vergangenen 28 Jahren davor war der Petersplatz für Ostern mit Blumen aus Holland prächtig und überwiegend in Gelbtönen geschmückt worden. Vor dem "Urbi et Orbi" fuhr der Papst in einem offenen Jeep über den Petersplatz. Dabei hielt er gelegentlich, um Kinder und Behinderte zu umarmen.

In der Nacht hatte Franziskus im Dom die Osterwache gefeiert. Dabei wurde in der Vorhalle der Kirche das Osterlicht entzündet und in den Petersdom gebracht. Der Papst taufte vier Erwachsene. Franziskus hatte sich in der Osternacht auch an die Ungläubigen und jene Katholiken gewandt, die sich von Gott entfernt haben. Diese sollten "einen Schritt nach vorne" tun, und Gott werde sie mit offenen Armen empfangen.

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