Terrorverdacht

Belgien: Polizei erschießt Algerier bei Verfolgungsjagd

Ausland
27.03.2013 15:46
Ein von Belgien und Frankreich gesuchter algerischer Terrorverdächtiger ist am Dienstag bei einer Verfolgungsjagd auf einer Autobahn von belgischen Polizisten erschossen worden. Der Getötete befand sich seit Monaten im Visier der Ermittler, auch der französische Inlandsgeheimdienst sei an dem Fall beteiligt gewesen, hieß es am Mittwoch. In der Wohnung des Mannes in Brüssel fanden die Behörden ein Waffenarsenal und Sprengstoff.

Der Verdächtige sei am Dienstagnachmittag in einem Wagen mit französischen Kennzeichen zwischen dem in der Wallonie gelegenen Tournai auf der Autobahn A8 in Richtung Brüssel gefahren, berichteten belgische Medien. Die Polizei habe demnach mehrmals versucht, ihn zum Stoppen zu bringen. Der Mann habe jedoch nicht reagiert, sondern versucht, die Beamten abzuhängen.

Schüsse auf Polizisten abgegeben?
Dann habe er seinen Wagen auf die Polizei zugesteuert und geschossen, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Tournai, Marie-Claude Maertens. Die Beamten hätten daraufhin das Feuer erwidert, der Algerier sei tödlich getroffen worden. Die Angaben über die Todesumstände waren allerdings widersprüchlich - anderen belgischen Medien zufolge hatte der Mann zwar eine Waffe gezogen, aber nicht unbedingt geschossen.

Waffen und Sprengstoff in Wohnung gebunkert
Der Getötete habe einem Terrornetzwerk angehört, wie die Sprecherin der belgischen Generalstaatsanwaltschaft, Wenke Roggen, erklärte. Laut Roggen wurde der Algerier dem organisierten Verbrechen zugerechnet und der Mitgliedschaft in extremistischen Gruppen verdächtigt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Brüssel wurden Waffen und Sprengstoff gefunden. Roggen sprach zudem von einem ganzen Arsenal an Ausrüstung, darunter Gasmasken, Nachtsichtgeräte und kugelsicheren Westen.

Frankreichs Innenminister lobt Zusammenarbeit
Französische Fahnder hatten den Mann ebenfalls im Visier. Laut Innenminister Manuel Valls arbeiteten die Ermittler in dem Fall seit Monaten mit ihren belgischen Kollegen zusammen. Beteiligt war auf französischer Seite der Inlandsgeheimdienst DCRI. Valls lobte Belgien für die "Entschlossenheit, die bilaterale Zusammenarbeit im langen und schweren Kampf gegen den Terrorismus fortzusetzen".

Die Franzosen hatten die Belgier bereits Ende letzten Jahres um Hilfe gebeten, weil der DCRI den Verdacht hegte, dass der Mann einer Terrorgruppe angehöre. In der daraufhin eingeleiteten Untersuchung kam heraus, dass er militärische Ausrüstung kaufte. 

Zugriff nach bewaffnetem Überfall auf Restaurant
Als vergangene Woche in Brüssel in einem Restaurant ein bewaffneter Überfall verübt wurde, wurde ein Zusammenhang mit dem Verdächtigten hergestellt. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Algerier andere Straftaten vorbereitete – seine Festnahme scheiterte allerdings und endete schließlich mit dem Tod des Mannes auf der Autobahn.

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