Causa Beresowski

GB: Obduktion deutet auf Tod durch Erhängen hin

Ausland
26.03.2013 16:14
Eine erste Obduktion der Leiche des russischen Oligarchen und Kremlkritikers Boris Beresowski deutet auf Tod durch Erhängen hin. Es gebe keine Anzeichen von äußerlicher Gewalteinwirkung bzw. auf einen Kampf, wie die britische Polizei am Montagabend in London mitteilte.

Nach Auskunft der Behörden würden nun weitere Tests durchgeführt, unter anderem eine toxikologische sowie histologische Untersuchung. Bis die endgültigen Ergebnisse feststehen, könne es aber noch Wochen dauern.

Zweifel an Selbstmord-Theorie
Der einstige Multimillionär und einflussreiche Politiker war am Samstag im Badezimmer seines Hauses in Ascot, südwestlich von London, tot aufgefunden worden. Die Polizei hatte zunächst erklärt, die Todesumstände seien "ungeklärt". Beresowskis Moskauer Anwalt Alexander Dobrowinski sagte am Wochenende, ihm sei mitgeteilt worden, "dass Beresowski sich umgebracht hat". Der Oligarch sei zuletzt in einem "furchtbaren Zustand" und "völlig überschuldet" gewesen. Eine Vergiftung mit radioaktiven Substanzen wie 2006 beim Ex-Spion und Beresowski-Vertrauten Alexander Litwinenko schloss die Polizei aus.

Freunde von Beresowski bezweifelten nach dem aufsehenerregenden Todesfall, dass der eigentlich als kämpferisch bekannte Oligarch Selbstmord begangen haben könnte. Sein langjähriger Freund Nikolai Gluschkow sagte dem "Guardian": "Ich bin mir sicher, dass er ermordet wurde. Ich habe andere Informationen, als die, die in den Medien veröffentlicht werden."

"Sie haben ihn verfolgt und 13 Jahre lang getötet"
Der Schriftsteller Juri Dubow schloss einen Freitod zwar nicht aus, gab aber den russischen Sicherheitsdiensten die Schuld. "Sie haben ihn verfolgt, um die Welt getrieben, Tonnen von Müll nach ihm geworfen", sagte Dubow dem Internetportal lenta.ru. "Sie haben ihn 13 Jahre lang getötet - wie das tatsächlich geschehen ist - das Herz, ein Infarkt, irgendetwas - ist die zweite Frage."

Die Spekulationen wurden von Beresowskis Ex-Frau Galina Beresowskaja geschürt, die als eine der Ersten am Fundort der Leiche gewesen war. Sie hatte von einem Schal neben dem Körper auf dem Badezimmerboden gesprochen. Die russische Staatsagentur Ria Nowosti zitierte am Dienstag einen Polizeisprecher mit den Worten: "Der Fakt, dass die Leiche auf dem Boden gefunden wurde, schließt nicht aus, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt auch hing."

Russland will sich Beresowskis Vermögen aneignen
Nach dem Tod des Kremlkritikers will Russland auf das Vermögen des in Moskau wegen zahlreicher Wirtschaftsverbrechen verurteilten Unternehmers zugreifen. Die Generalstaatsanwaltschaft strebe weiter eine Rückkehr von Besitztümern an, die Beresowski sich illegal angeeignet habe, teilte die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax am Montag mit. Details wurden nicht genannt. Auch in London wurden bereits am Montag Geldforderungen an den Nachlass Beresowskis laut.

Beresowski lebte in Großbritannien im Exil. Von dort entwickelte er sich zu einem scharfen Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin, er galt als Russlands Staatsfeind Nummer eins. Die russischen Behörden warfen ihm zuletzt im vergangenen Jahr Anstiftung zu Unruhen vor, nachdem er dazu aufgerufen habe, die Rückkehr Putins in den Kreml zu verhindern.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
26.03.2013 16:14
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung