Nach den Überflutungen im Sommer hat das Land die Unterstützung für Betroffene massiv ausgeweitet. Schon bisher wurden bereits 8,5 Millionen Euro an Entschädigung zugesichert – am Ende wird es noch viel mehr sein.
Als am 8. Juni der normalerweise eher unscheinbare Stögersbach in Loipersdorf-Kitzladen zu einem reißenden Strom wurde und über die Ufer trat, versank das Leben der Familie Gruber im Hochwasser. Rund einen halben Meter hoch standen Schlamm und Wasser im Erdgeschoss des Hauses.
„Es war alles kaputt, wir haben alles wegschmeißen müssen“, erzählt Joachim Gruber. Bis auf ein paar Kleidungsstücke, die hoch genug hingen, war alles durch die Feuchtigkeit beschädigt. Möbel, Türen, Inneneinrichtung konnten nicht mehr gerettet werden. Selbst unter den Fliesen habe sich Schlamm befunden, sagt Gruber. „Man glaubt das alles zuerst gar nicht, wie das ausschaut. Der Schaden war enorm.“
Leben auf engstem Raum
Das Gebäude ist das Elternhaus von Gruber. Während die Schwester im Obergeschoss lebt, hatte sich die Familie im Erdgeschoss ein Zuhause geschaffen. Erst einige Jahre zuvor hatten sie ausgebaut und viel investiert. Dann kam das Wasser und die Familie mit ihren zwei Kindern und den beiden Hunden hatte über Nacht plötzlich kein Zuhause mehr. Seit 8. Juni leben sie notdürftig im Obergeschoss auf engem Raum. „Mitte November sollte alles soweit fertig sein, dass wir wieder unten wohnen können“, sagt der Familienvater.
Hilfe mit Anlaufschwierigkeiten
Für die Hochwasserhilfe des Landes ist er – trotz anfänglicher Anlaufschwierigkeiten – dankbar. Denn Versicherung deckte lediglich ein Sechstel der Schadenssumme. Den Rest hätte man ohne Unterstützung nicht bewältigen können, so der Südburgenländer. Alle eingereichten Schäden seien bezahlt worden.
400 Menschen bei Sprechtagen
Hunderte Menschen sind, so wie die Familie Gruber, vom Hochwasser betroffen. Allein zu den zwölf Sprechtagen in Oberwart und Wiesfleck kamen 400 Menschen. „Durch die Sprechtage konnten wir vielen Bürgern ihre Sorgen nehmen, Unklarheiten aus dem Weg räumen und Details abklären“, meint Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Mehr als 8,5 Millionen Euro wurden den Privathaushalten zugesichert bzw. bereits ausgezahlt.
Gutachten sollen bis Monatsende vorliegen
Überall dort, wo noch eine gutachterliche Schätzung fehlt, soll diese ebenfalls bis spätestens Ende Oktober vorliegen, sodass auch diese letzten offenen Fälle abgearbeitet werden können. „Nach derzeitigem Stand werden im Bereich der Privathaushalte Entschädigungen in Gesamthöhe von mehr als fünfzehn Millionen Euro erwartet“, so Markus Pammer, Abteilungsvorstand Agrarwesen, Natur und Klimaschutz.
Unterstützung für Gemeinden
Zusätzlich gibt es auch Unterstützung für die betroffenen Gemeinden. Viele Brücken, Straßen, Wege und Gebäude wurden beschädigt. „In Summe werden zumindest zehn Millionen Euro notwendig sein, um die betroffenen Objekte wiederherzustellen“, so Doskozil. Die Landeshilfe umfasst Privathaushalte, Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe. Sprechtagstermine in Eisenstadt können telefonisch (057/600-2045) vereinbart werden.
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