Drohen höhere Preise?
Wetterphänomen El Niño ab Juni erwartet
Die Meerestemperaturen im Pazifik sind derzeit ungewöhnlich hoch. Sie kündigen das wiederkehrende Wetterphänomen El Niño an, das wohl zwischen Juni und August beginnen wird. „El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung“, sagte UNO-Generalsekretär António Guterres.
Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Beginns zwischen Juni und August liegt laut der Weltwetterorganisation WMO inzwischen bei 80 Prozent. Es werde voraussichtlich (mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit) bis mindestens November dauern. „Wir müssen uns auf ein möglicherweise starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten, das Dürren und Starkregen verschärfen und das Risiko von Hitzewellen sowohl an Land als auch im Ozean erhöhen wird“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.
Üblicherweise sind die Folgen des Wetterphänomens, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt, vor allem auf der Südhalbkugel zu spüren. Für Europa halten sich die Auswirkungen in Grenzen. „Das erklärt sich vor allem daraus, dass Europa nun mal sehr weit weg liegt vom tropischen Pazifik, und bis das Signal zu uns gelangt, wird es von vielen anderen atmosphärischen und ozeanischen Einflüssen gestört“, sagte Daniela Domeisen von der ETH Zürich. Zu rechnen sei maximal mit kälterem und nasserem Wetter als üblich.
Bis das Signal nach Europa gelangt, wird es von vielen anderen atmosphärischen und ozeanischen Einflüssen gestört.
Daniela Domeisen, ETH Zürich
Höhere Preise für Zucker und Kaffee
Allerdings könnten schlechte Ernten im Pazifikraum zu höheren Preisen für Zucker, Kaffee und Kakao führen, sagte Armin Bunde von der Universität Gießen zur Nachrichtenagentur dpa. Damit gebe es indirekte Auswirkungen auf Europa.
Einige Forscherinnen und Forscher rechnen in diesem Jahr mit einem sogenannten Super-El-Niño, einem besonders starken Ereignis. Entscheidend für die Stärke sind die Windschwankungen. Bei dem Wetterphänomen ziehen im Pazifik warmes Wasser und Wolken an die sonst trockene Küste Südamerikas. Das kann zu Überschwemmungen führen, besonders in Südamerika und in mehreren Staaten Ostafrikas. In Südostasien, Australien und Südostafrika nehmen hingegen Dürren und Waldbrände zu. Der Name bezieht sich auf das neugeborene Jesuskind, weil ein El-Niño seinen Anfang rund um Weihnachten nimmt.
Die WMO empfiehlt Regierungen und humanitären Organisationen, sich auf Folgen für Sektoren wie die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen und die Energie- und Wasserwirtschaft einzustellen. Als Beispiele nannte Saulo Pläne für die Lebensmittelsicherheit und die Belastung des Gesundheitswesens. Seit dem letzten El Niño sind zwei Jahre vergangen. Europa blieb bis auf wenige Ausnahmen, wie den ungewöhnlich kalten Winter 1941/42, von den Folgen verschont.









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