Die NEOS überholten die Grünen und feierten ihr stärkstes Resultat bei Nationalratswahlen. Sie präsentieren sich umso mehr als Reformkraft für eine mögliche Dreier-Koalition.
Laute Popmusik im Museum für Angewandte Kunst. Unterbrochen durch Nachrichtensendungen und Updates zu Umfragen. Regelmäßig brandet Jubel auf. Die NEOS feiern ihren Wahlerfolg – den größten bei Nationalratswahlen seit dem Bestehen der wirtschaftsliberalen Partei.
Das Match um Platz 4 gewonnen
Schon vor 17 Uhr standen die Menschen Schlange beim Eingang. Nationale und internationale TV-Teams und Presseleute drängelten sich draußen und drinnen. Dann die erste Hochrechnung um 17 Uhr. Riesenjubel. Das Match um Platz 4 gewonnen, vor den Grünen und knapp an den zehn Prozent. Eine magische Hürde, die die NEOS bei Nationalratswahlen noch nie übersprungen haben. Letztlich landeten die Pinken, angeführt von Beate Meinl-Reisinger, bei rund neun Prozent. Wieder ein Schritt nach vorne, wenn auch kein gigantischer.
„Wir stehen für Reformen zur Verfügung – nur nicht mit Herbert Kickl“
Dennoch sind die NEOS die zweiten Sieger an diesem Abend. Beate Meinl-Reisinger unmissverständlich: „Wir stehen für einen Neuanfang und Reformen zur Verfügung – nur nicht mit Herbert Kickl.“ Die Chefin kam erst später am Abend zur Party, davor sorgten Generalsekretär Douglas Hoyos und EU-Haudegen Helmut Brandstätter für Stimmung.
Beiden war eine gewisse Müdigkeit aufgrund des Wahlkampfs anzumerken. „Einen Auftrag zum Mitregieren“ leiteten aber viele der Anwesenden vom Ergebnis ab. Tatsächlich wird die Variante immer realistischer, sollten sich die Wahlverlierer ÖVP und SPÖ zu einer Koalition ohne Herbert Kickls FPÖ durchringen. Gefeiert wurde intensiv und lange bis in die Nachtstunden. Aber nicht zu intensiv. Am Montag geht es weiter mit den ersten Nachbesprechungen.
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