Er kam als Überraschungsgast und brachte seine Hits mit: Der in Kitzbühel lebende Volkslied-Star Heino trat in München beim Oktoberfest auf. Auch sang er dort „Lustig ist das Zigeunerleben“ – und 3500 Gäste sangen launig mit. Zigeuner? Ein bei Roma und Sinti umstrittener Ausdruck für ihre ethnischen Gruppen ...
Überall, wo er auftritt, spenden ihm die Menschen stehende Ovationen. Bei diesem Konzert standen sie sogar auf den Bänken. Denn als Überraschungsgast und auf Einladung einer Versicherung trat Heino zuletzt in München beim Oktoberfest im Vroni-Zelt auf. Ein Erfolg, weil 3500 Zuschauer begeistert waren. Doch das Nachhallen ist auch danach noch gewaltig.
Zelt-Gäste textsicher
Geplant war der Auftritt schon lange, aber niemand verriet das Show-Geheimnis. Um 19.30 Uhr war er dann da: Deutschlands bekanntester Sänger und der wohl berühmteste Wahl-Kitzbüheler, Heino. Von „Blau blüht der Enzian“ über „Rosamunde“ und „Layla“ war alles dabei und interessant: „Das ganze Festzelt war textsicher und schunkelte mit bei ,Lustig ist das Zigeunerleben‘, erzählt sein Manager und Intimus im Interview mit der „Krone“. Aber darf Heino denn das?
Prinzipiell handelt es sich beim Wort „Zigeuner“ um einen (nicht erst seit gestern) höchst umstritten Ausdruck, den viele Roma und Sinti sowie Jenische, auf die alle er bezogen ist, als diskriminierend zurückweisen. „Heino hat mit genau solchen Menschen seinerzeit zusammengelebt. Nichts liegt ihm also ferner, als sie diskriminieren zu wollen“, erzählt Helmut Werner über den Vorfall, der mit dem Video (siehe oben), nun auch viral gehen dürfte. Denn niemand in dem Zelt stoppt den Barden. Im Gegenteil, die 3500 Gäste grölen und singen mit.
„Lassen es uns nicht verbieten!“
Für Werner und seinen Künstler ist der Fall klar: „Das Lied wird seit 200, 300 Jahren gesungen. Und es ist nur negativ für diejenigen, die es negativ auslegen.“ Solange das Lied nicht verboten ist, „wird es Heino singen. Weil die Leute damit eine Freude haben. Und bis dahin lassen wir uns das nicht verbieten!“
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