Absolute Mehrheit
Kenia: Kenyatta offiziell Sieger der Präsidentenwahl
Nach der Wahl vom Montag hatte es tagelange Verzögerungen bei der Auszählung und Vorwürfe von Wahlfälschung gegeben. Kenyattas schärfster Rivale, Regierungschef Raila Odinga, dürfte sich mit dem Ergebnis nicht abfinden. Sein Lager erklärte bereits nach Bekanntwerden vorläufiger Ergebnisse, die Auszählung vor Gericht anzufechten. Seine Anhänger wurden jedoch zur Ruhe und dem Respektieren des Rechtsstaates aufgerufen. Odinga kam laut den Zahlen vom Samstag auf rund 43 Prozent.
Vergleichsweise friedlicher Wahlverlauf
Die Wahl war vergleichsweise friedlich verlaufen. Nach der Präsidentschaftswahl im Jahr 2007 hatten sich sowohl Odinga als auch der jetzt aus dem Amt scheidende Mwai Kibaki zum Staatschef erklärt. Bei der danach einsetzenden, auch ethnisch motivierten Gewalt wurden mehr als tausend Menschen getötet, Hunderttausende wurden in die Flucht getrieben.
Wegen seiner Rolle bei den Ereignissen von 2007 muss sich Kenyatta, einer der reichsten Männer Afrikas, Anfang Juli vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Mord und Vergewaltigung, verantworten. Der Sohn von Jomo Kenyatta, dem legendären ersten Präsidenten Kenias nach der Unabhängigkeit von Großbritannien 1963, beteuert seine Unschuld.
Wieder Krawalle in Kenia
Auch am Samstag kam es zu Tumulten. Die Polizei feuerte Tränengas in die Menge von protestierenden Anhängern Odingas. "Kein Raila, kein Frieden", skandierten die aufgebrachten Kenianer, die Steine auf Polizisten und ihre Fahrzeuge im Ort Kondele am Rande der Stadt Kisumu warfen. Dort war es bereits nach dem Urnengang 2007 zu ethnischer Gewalt gekommen.
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