Golan-Geiseldrama
Verschleppte Blauhelme nach drei Tagen frei
Die Blauhelm-Soldaten waren vom syrischen Dorf Jamla über das Jarmuk-Tal an die Grenze nach Jordanien gebracht worden. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon dankte allen Beteiligten für die "Anstrengungen" für eine "sichere Freilassung".
Die Freilassung der Männer war bereits am Freitag angekündigt worden, verzögerte sich dann aber mehrmals. Zuletzt verstrich am Samstagvormittag eine ausverhandelte Feuerpause in der Region, in der die UNO-Soldaten festgehalten wurden, ohne dass es zu einer Freilassung kam.
Gruppe drei Tage lang in der Gewalt der Rebellen
Die Rebellen hatten die Blauhelme auf den von Israel annektierten Golanhöhen verschleppt (siehe Infobox). Die Geiselnehmer fordern den Rückzug der syrischen Regierungstruppen aus der Region um die Stadt Jamla und ein Ende der Luftangriffe. Die Führung in Damaskus hat sich bisher nicht zur Geiselnahme geäußert.
Die Rebellenbrigade machte sich mit der Aktion offenbar auch innerhalb der Protestbewegung gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad wenige Freunde: Zahlreiche andere Oppositionelle kritisierten die Geiselnahme scharf.
UN-Soldaten setzten sich nach Israel ab
Acht UN-Soldaten - sie dienten in derselben Einheit wie die 21 Philippiner - setzten sich indessen wegen der Kämpfe in Syrien nach Israel ab. Angesichts der Gefechte zwischen regulären syrischen Truppen und Rebellen um Jamla hätten die Soldaten um ihr Leben gefürchtet, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz" am Freitag. Eine Sprecherin des israelischen Militärs bestätigte, dass die acht UN-Blauhelme in Israel seien.
Angst vor Flächenbrand
Die Friedenstruppen - unter ihnen auch etwa 370 Österreicher - sollen auf den 1967 von Israel eroberten Golanhöhen einen Waffenstillstand mit Syrien überwachen. Die Verschleppung der Philippinos nährt nun die Sorgen vor einem Übergreifen der Kämpfe in Syrien auf Nachbarländer. Die UNO hat die Geiselnahme verurteilt.
In Syrien tobt seit zwei Jahren ein Aufstand gegen Assad, der sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet hat (siehe Infobox). Der blutige Konflikt hat nach Angaben der Vereinten Nationen schon mehr als eine Million Syrer in die Flucht getrieben - etwa die Hälfte davon Kinder. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF warnte am Freitag davor, dass die Zahl in den nächsten Monaten erneut dramatisch steigen dürfte.
Ursprünglich hatten die Vereinten Nationen erwartet, dass die Schwelle von einer Million Flüchtlingen erst im Sommer überschritten wird. An neuen Prognosen wird derzeit gearbeitet. Besonders betroffen vom Flüchtlingsstrom sind Nachbarländer wie Jordanien, Libanon, Türkei und Irak.
Strache will Nationalen Sicherheitsrat einberufen
In Wien forderte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrates, um das weitere Vorgehen des österreichischen UNO-Bataillons auf den Golanhöhen zu erörtern. FPÖ-Wehrsprecher Peter Fichtenbauer sieht durch die jüngsten Entwicklungen die ursprüngliche Grundlage der Entsendung "nahezu gänzlich beseitigt". Er will veranlassen, dass das heimische Kontingent abgezogen wird.
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