Brisante Liste

D: “Bankenretter” kassierten 100 Millionen Euro

Wirtschaft
06.03.2013 13:06
Banken, Anwaltskanzleien und Unternehmensberater haben sich bei der Bankenrettung im Zuge der Finanzkrise in Deutschland offenbar eine goldene Nase verdient. Sie sollen für Beratungsleistungen zwischen 2008 und 2012 knapp 100 Millionen Euro kassiert haben. Das geht aus einer streng vertraulichen Liste des deutschen Finanzministeriums hervor, wie das "Handelsblatt" am Mittwoch berichtete.

Rund 100 Instituten wurden demnach zwischen Oktober 2008 und 2012 Aufträge von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (FMSA) erteilt, bei der der Bankenrettungsfonds SoFFin angesiedelt ist. Profitiert hätten laut "Handelsblatt" u.a. die Deutsche Bank, die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Finanzgruppe Rothschild.

Steuerzahler dürften Löwenanteil bezahlt haben
Auch Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberatungen wie KPMG und Roland Berger sowie eine Reihe von Anwaltskanzleien stehen dem Zeitungsbericht zufolge auf der Liste. Für mehr als 90 Millionen Euro könnte zumindest teilweise der Steuerzahler eingestanden haben. 8,7 Millionen Euro seien über Kostenpauschalen von hilfsbedürftigen Geldhäusern selbst gedeckt worden.

Die FMSA betone zwar, dass letztlich sämtliche Kosten von den Hilfsempfängern selbst getragen würden, jedoch wurde in der Finanzkrise eine ganze Reihe von Banken mit staatlichen Geldern vor dem Zusammenbruch bewahrt. Die FMSA machte in der Finanzkrise bisher milliardenschwere Verluste.

Regierung verweigerte Informationsherausgabe
Die dem "Handelsblatt" vorliegende Liste ist umso brisanter, da der Zeitung zufolge der Linken-Abgeordnete im Bundestag, Klaus Ernst, erst vor einigen Wochen bei der Bundesregierung angefragt hatte, welche Beratungsleistungen die FMSA seit ihrer Gründung vergeben hatte.

Ernst habe jedoch eine Abfuhr erhalten. Der Parlamentarische Staatssekretär im deutschen Finanzministerium, Steffen Kampeter, habe ihm mitgeteilt, dass entsprechende Informationen streng vertraulich seien. Die Anfrage sei an die Geheimschutzstelle des Bundestages weitergeleitet worden.

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