Wortführerin der Kläger ist Nina Giampaoli. Sie habe in den vergangenen vier Jahren jede Woche einen Sechserpack "Budweiser" gekauft und erst später herausgefunden, dass der angegebene Alkoholgehalt von fünf Prozent übertrieben ist, heißt es in der Klage. Wie sie dies herausgefunden haben will, blieb allerdings offen.
Klägerin: "Ich fühle mich betrogen"
"Ich denke, es ist unredlich für große Unternehmen, ihre treuen Kunden zu belügen", erklärte Giampaoli am Dienstag in einer Mitteilung ihrer Anwaltskanzlei. "Ich fühle mich betrogen." Seitdem sie die Wahrheit kenne, kaufe sie kein "Budweiser" mehr. Die Klägeranwälte schrieben, Anheuser-Busch InBev überwache den Alkoholgehalt während der letzten Stufen der Herstellung mit modernsten Methoden. "Und dann fügen sie Wasser hinzu, um Bier herauszubekommen, das einen deutlich niedrigeren Alkoholgehalt aufweist, als das Etikett verspricht."
Betroffene haben Sammelklage als Ziel
Die Klage war bereits am Freitag im Bezirksgericht von San Francisco eingegangen. Anheuser-Busch InBev wird dabei vorgeworfen, auch den Alkoholgehalt in anderen beliebten US-Biersorten zu hoch ausgewiesen zu haben, darunter in "Bud Ice", "Michelob", "King Cobra" oder "Bud Light Lime". Die Vorwürfe sind deshalb brisant, weil Giampaoli und ihr Mitstreiter John Elbert daraus eine Sammelklage machen wollen. Dadurch würden sie im Namen aller Betroffenen gegen den Braukonzern zu Felde ziehen - entsprechend saftig könnten Schadenersatz und Strafe am Ende ausfallen.
Anheuser-Busch weist Vorwürfe zurück
Der Braukonzern wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Wir sind stolz darauf, beim Brauen unserer Biere die höchsten Standards einzuhalten", sagte der zuständige Manager Peter Kraemer am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg.
Konzern braut auch deutsche Markenbiere
AB InBev, wie der Konzern verkürzt heißt, steckt etwa hinter deutschen Markenbieren wie "Spaten", "Franziskaner Weissbier", "Gilde", "Haake-Beck" oder "Löwenbräu". In Belgien gehören das beliebte "Stella Artois" sowie "Leffe" dazu. Momentan versucht das Unternehmen, die mexikanische "Corona"-Brauerei Modelo zu schlucken, stößt dabei aber auf den Widerstand der US-Wettbewerbshüter. Der Gesamtumsatz der Gruppe war im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 39,8 Milliarden Dollar geklettert, der Gewinn des Brauriesen stieg um ein Viertel auf 7,2 Milliarden Dollar.
Ewiger Streit um den Namen "Budweiser"
Das amerikanische "Budweiser" (schwarze Schrift, braune Flasche) ist übrigens nicht mit dem gleichnamigen Bier in Europa zu verwechseln, denn das stammt von der tschechischen Brauerei Budejovický Budvar (rote Schrift, grüne Flasche). Die beiden Brauereien streiten sich seit Jahren vor Gerichten um die Bezeichnung.
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