"Jeder versteht, dass Leiharbeit bei Auftragsspitzen wie vor Weihnachten ihre Berechtigung hat. Aber es muss immer fair und gerecht zugehen", so von der Leyen.
Der Chef der deutschen Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, fand weniger versöhnliche Worte. "Amazon bewegt sich außerhalb dessen, was ich in der Zeitarbeit für den Arbeitsmarkt als richtig empfinde. Wir brauchen die Zeitarbeit, aber in einem Maße, das anständig ist", sagte Weise der "Welt am Sonntag".
Statt für immer mehr Regulierung, die dann doch wieder unterlaufen werde, sprach sich der BA-Chef für "gute Unternehmensführung" aus. "Bei Amazon gibt es auch dafür Belege. Viele Arbeitsplätze wurden geschaffen, auch feste, unbefristete."
Amazon beendete Zusammenarbeit mit Partnerfirmen
Der Versandhändler war durch eine ARD-Fernsehdokumentation (siehe Infobox) unter Druck geraten, in der die Arbeits- und Lebensbedingungen von Saisonarbeitern aus dem Ausland am hessischen Amazon-Standort Bad Hersfeld kritisiert wurden. Das Unternehmen zog Konsequenzen und beendete die Zusammenarbeit mit zwei Partnerfirmen, die für die Betreuung beziehungsweise Sicherheit der Leiharbeiter zuständig waren.
Die Leiharbeiter bei Amazon stammen auch vom Personaldienstleister Trenkwalder mit Sitz in Niederösterreich, der sich gegen die Vorwürfe wehrt. Das Unternehmen war 2011 mehrheitlich an die deutsche Droege Group verkauft worden. Bei einer Sonderprüfung des Unternehmens sollen Verstöße gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz festgestellt worden sein, Details über die Art der Verstöße fehlen bislang.
Amazon-Partner weisen Vorwürfe zurück
Amazon-Deutschland-Geschäftsführer Ralf Kleber hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe gesagt: "Die Fernsehbilder, die wir gesehen haben, machen mich betroffen." Weitere Konsequenzen würden geprüft. Kleber sprach sich für mehr Betriebsräte im Unternehmen aus.
Das für die Betreuung der Leiharbeiter zuständige Leipziger Unternehmen CoCo Job Touristik ließ über einen Anwalt, der auch den umstrittenen Sicherheitsdienstleiter vertritt, die in der ARD-Dokumentation vorgebrachten Vorwürfe zurückweisen. "Wir sind unverschuldet zwischen die Fronten geraten", heißt es in einer Stellungnahme der Firma. Man werde auch juristisch dagegen vorgehen. Die Schelte für die Sicherheitskräfte sei ebenfalls nicht gerechtfertigt, sie hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen "korrekt" verhalten.
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