Um für ein Computermodell Steinschlag zu simulieren, rollen Schweizer Forscher am Weissfluhjoch bei Davos riesige Betonbrocken den Hang hinunter.
Solche Computermodelle werden von Behörden und Geologinnen und Geologen unter anderem zur Erstellung von Gefahrenkarten verwendet. Sie helfen also zu bestimmen, wo und wie gebaut werden kann, um den Schutz vor Steinschlag zu gewährleisten, und wo bei bestehender Infrastruktur Schutzbauten nötig sind.
Erkenntnisse zu Bewegung und Ablenkungsmöglichkeiten
Mit dem Versuch wollen die Forschenden um den Steinschlagexperten Joël Borner vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung herausfinden, wie Steine und Blöcke auf rauem Untergrund herabstürzen, wie sie sich bewegen und wie sie von Hindernissen abgelenkt werden. Zuvor wurden bereits ähnliche Versuche auf anderen Bodentypen durchgeführt.
Gefährliche Tests
Die zwischen 45 und 200 Kilogramm schweren Brocken aus Beton werden mit Sensoren ausgestattet. Mit deren Hilfe messen Wissenschaftler diverse Daten, unter anderem die Beschleunigung und Rotationsgeschwindigkeit der Blöcke. Zusätzlich zeichnet eine Kamera den genauen Weg der Steine auf. Zur besseren Erkennbarkeit wurden die Blöcke mit einer leuchtend orangen Farbe angestrichen.
Das Unterfangen ist gar nicht so ungefährlich. Immerhin verläuft im Hang der Wanderweg vom Strelapass zum Weissfluhjoch, auf dem Menschen zu Fuß oder mit dem Mountainbike unterwegs sind. Um Unfälle zu vermeiden, soll es zu kurzfristigen Sperren kommen.
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