Rat von Bin Laden
22 Überlebenstipps der Al-Kaida gegen Drohnen entdeckt
Die Nachrichtenagentur AP berichtet, die Dokumente in Gebäuden in Timbuktu gefunden zu haben, die bis vor Kurzem von Al-Kaida-Kämpfern besetzt gewesen seien. Das französische Militär dürfte die Extremisten vertrieben haben. Dabei vergaßen diese offenbar die kopierten Anleitungen auf Arabisch, wie mit Drohnen umzugehen ist.
Die Tipps tauchten bereits in einigen Jihad-Foren auf, ursprünglich waren sie an Al-Kaida-Kämpfer in der Ibyan-Provinz im Jemen gerichtet. Verfasst wurden die Ratschläge von Abdallah bin Muhammad, einem führenden Kommandanten der Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel, dem jemenitischen Zweig des Terrornetzwerks.
Al-Kaida rechnet vor
In den Dokumenten wird zuerst auf die US-Strategie des Drohneneinsatzes eingegangen. Die USA hätten diese nicht gewählt, da sie zu wenig Kampfjets besitzen, sondern da sie am praktischsten sei. Schließlich seien die Amerikaner nach dem mittlerweile über zehnjährigen Krieg gegen den Terror "finanziell erschöpft" und wegen der getöteten US-Soldaten politisch unter Druck.
Drohnen würden im Vergleich zu Soldaten kaum etwas kosten, rechnet die Al-Kaida vor: 1.000 Drohnen seien gleich teuer wie ein einziger F16-Jet. Selbst die neuesten "Predator"-Drohnen kämen "nur" auf zehn Millionen US-Dollar, während eine F16 350 Millionen verschlinge. Zudem sei das Training von Drohnenpiloten gratis und dauere nur drei Monate.
22 Tipps gegen Drohnen - Technik bis Blätterdach
Um die Taktik der Amerikaner zu vereiteln, brauche es drei Dinge, so das Al-Kaida-Papier: Man müsse die Bevölkerung gegen die Drohnenangriffe aufbringen und Spione einsetzen sowie Tricks einsetzen. Diese 22 Taktiken beinhalten zum Beispiel, über spezielle russische Geräte die Frequenzen von Drohnen quasi abzuhören oder zu unterbrechen. Auch mit älteren Apparaten sei dies möglich, sodass die Kommunikation der Drohnen gestört werde.
Ein weiterer Ratschlag - er stammt angeblich von Bin Laden persönlich - ist, sich unter dem dichten Blätterdach von Bäumen zu verstecken. Zudem solle man sich im Schatten fortbewegen und auch nachts außer Sichtweite bleiben. Man solle sich überdies von Fahrzeugen fernhalten, besonders bei Verfolgungsjagden und während des Kampfes. Um Drohnen zu verwirren, helfe es, verschiedene Aus- und Eingänge zu benützen. Eine gute Strategie sei zudem, sich in Untergrundbunkern zu verschanzen - diese seien von den meist mit Anti-Personen-Raketen ausgestatteten Drohnen weniger angreifbar.
Zudem rät die Al-Kaida ihren Anhängern, Puppen und Statuen aufzustellen, um den Feind in die Irre zu führen. Auch das Verbrennen von Autoreifen könne dabei helfen, da der Rauch die Sicht verneble. Wichtig sei zudem, dass sich gesuchte Führungspersonen nicht über elektronische Geräte unterhalten - schließlich verfügten die Gegner über Stimmidentifikationsprogramme.
Experten über Dokumente beunruhigt
Experten zeigten sich gegenüber dem "Telegraph" über die gefundenen Dokumente beunruhigt. Etwa Bruce Riedel, 30 Jahre lang bei der CIA und nun Leiter des Geheimdienstprojekts bei der Non-Profit-Organisation Brookings Institute. Das neue Dokument zeige, "dass wir es nicht länger mit einem isolierten, lokalen Problem zu tun haben, sondern mit einem Feind, der über Kontinente hinweg die Hand ausstreckt, um Ratschläge zu teilen". Oberst Cedric Leighton, seit 26 Jahren bei der US-Luftwaffe, sieht die Tipps als Beweis für das "gerissene" Handeln der Al-Kaida: "Das sind keine dummen Techniken." Damit erkauften sich die Terroristen ein wenig mehr Zeit - und gerade das sei der Schlüssel im Konflikt.
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