FPÖ-Chef Herbert Kickl will nicht weniger als „eine neue Ära der österreichischen Geschichte“ nach der Nationalratswahl schreiben. In Anspielung an die „Brandmauer“, die von anderen Parteivertretern und der Zivilgesellschaft erreichtet werden soll, meinte der blaue Frontmann beim offiziellen Wahlkampfauftakt, er hoffe auf einen baldigen „Mauerfall“ in Österreich.
Die Österreicherinnen und Österreicher wüssten ganz genau, was damit gemeint sei, meinte der FPÖ-Spitzenkandidat bei seiner Rede – nämlich „in Wahrheit antidemokratische Brandmauer gegen die eigene Bevölkerung wie jene, die man durch Berlin gezogen hat“.
Auch sonst setzte Kickl auf Unzufriedenheit und Frust in der Bevölkerung und erinnerte zu diesem Zweck ein weiteres Mal an die Corona-Maßnahmen. „Wir vergessen nicht und Österreich vergisst nicht“, sprach er von einstigen „Schikanen“, „Demütigungen“ und „Gemeinheiten“. Demgegenüber stehe das „Fest der Freiheit“ und des Patriotismus in Graz. Ein „frischer Wind der Veränderung“ blase den Dreck in die Gesichter jener zurück, „die ihn auf uns werfen“.
Dass nun auch weitere Parteien strengere Regeln gegen unkontrollierte Zuwanderung fordern, ist für Kickl ein Zeichen dafür, „dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht“. Im selben Atemzug zeige die Konkurrenz mit dem Finger auf die FPÖ und beschimpfe die Freiheitlichen als „Demokratiefeinde“ und „Extremisten“. Aber auch als einziger Verteidiger der Neutralität sieht Kickl seine Partei weiterhin. Österreich sei diesbezüglich „ein gallisches Dorf“.

„Wir brauchen endlich Remigration“
Als ein in der „Festung Österreich“ regierender Schutzpatron gab sich Kickl sowohl für Unternehmer als auch für Arbeitnehmer, alte und kranke Menschen – vorausgesetzt die Maßnahmen kommen Österreichern zugute. Dementsprechend bezeichnete er die „Zuwanderung ins Sozialsystem“ als „Völkerwanderung“. „Wir brauchen endlich Remigration“, forderte er abermals mehr als nur einen Zuwanderungsstopp. Im Kampf gegen „Ausländerbanden“ gehöre der Polizei der Rücken gestärkt.
„Nicht rechtsextrem – ganz normal“
Der ehemalige Innenminister erinnerte auch an die in während seiner Amtszeit eingerichteten „Ausreisezentren“ für Asylwerber, die es wieder geben müsse. Er will Österreich damit „ein bisschen ungemütlich machen, nicht unmenschlich, aber ungemütlich“. Keiner dieser Vorschläge sei übrigens rechtsextrem – „es ist ganz normal“.
Das Ziel, am 29. September durch das Ziel zu laufen, verglich der 55-Jährige mit dem Vorhaben, den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff zu besteigen. Dies haben bekanntlich Reinhold Messner und Peter Habeler im Jahr 1978 geschafft. Nun stehe die FPÖ „vor unserem Mount Everest“, so Kickl.
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