Jugendliche greifen vor dem Sex immer seltener zum Kondom. Das zeigt ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), für den Zehntausende 15-Jährige aus 42 Ländern und Regionen in Europa, Zentralasien und Kanada befragt wurden.
Der Anteil der Burschen, die angaben, beim letzten Sex mit Kondom verhütet zu haben, sank von 70 (2014) auf 61 Prozent, bei den Mädchen von 63 auf 57. Fast ein Drittel benutzte beim letzten Geschlechtsverkehr weder ein Kondom noch die Anti-Baby-Pille.
Für die WHO ist das ein besorgniserregendes Ergebnis, da sich viele junge Leute einem erheblichen Risiko sexuell übertragbarer Infektionskrankheiten und Schwangerschaften aussetzen würden. Überraschend sei das aber nicht. In vielen Ländern werde die altersgerechte Sexualerziehung weiterhin vernachlässigt, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Dort, wo es sie gebe, sei sie in den vergangenen Jahren fälschlicherweise unter Beschuss geraten, weil sie angeblich sexuelles Verhalten fördere.
Informationen und sichere Orte
Dabei sei umfassende Sexualerziehung der Schlüssel, informierte Entscheidungen über Sex zu treffen, sagte der Hauptautor des Berichts, András Költo von der Universität von Galway. Zusätzlich zu Informationen bräuchten Jugendliche auch sichere Orte, um über Themen wie sexuelle Orientierung und intime Beziehungen sprechen zu können.
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