Während am Dienstag noch großes Rätselraten herrschte, wurde am Mittwoch das Geheimnis rund um die Gegenstimme zu Bablers Wahlprogramm gelüftet. Peter Binder (SPÖ), Dritter Landtagspräsident in Oberösterreich, sprach sich gegen das Programm aus.
Am Montag um 11 Uhr trudelte auf den Rechnern und Handys der insgesamt 58 Mitglieder des Bundesparteivorstands eine Mail aus der roten Chefetage ein. Per Umlaufbeschluss wollte der politisch unter Druck geratene SPÖ-Chef Andreas Babler sein Wahlprogramm noch zeitgerecht vor dem Auftritt beim ORF-„Sommergespräch“ am Traunsee eintüten.
So lief der Beschluss
Originell: Wer bis 17 Uhr nicht antwortete, gab damit automatisch seinen Sanctus. Zusätzlich soll Babler extra bei den üblichen Verdächtigen im Burgenland und Tirol angerufen haben, um für ihre Zustimmung zu werben. Gereicht hat es jedenfalls für einen fast einstimmigen Beschluss.
Eine einzelne Gegenstimme hat es letztlich aber gegeben. Wie er gegenüber der „Krone“ selbst bestätigt, handelte es sich um Peter Binder, den Dritten Landtagspräsidenten in Oberösterreich. Er gilt als enger Vertrauter des über die „Brucknerhaus-Affäre“ gestolperten Linzer Stadtchefs Klaus Luger.
„Da sperrt ich alles in mir“
„Ich stehe dazu“, sagt Binder im Gespräch mit der „Krone“. Es gebe „viele Dinge“ im vorliegenden Wahlprogramm, in denen er sich nicht wiederfinde. „Wenn ich lese: ,Recht auf ein analoges Leben für Bäuerinnen und Bauern‘ – da sperrt sich alles in mir“, nennt der Linzer ein Beispiel. Denn gerade in Oberösterreich investiere man derzeit viel Geld in eine Digitalisierungs- und Breitbandoffensive, „damit eben auch das letzte Bauernhaus angeschlossen wird“.
Brisant: Am Donnerstag findet in Linz der Wahlkampfauftakt der SPÖ statt. Ob es da eine Aussprache mit Parteichef Babler geben wird? Binder: „Ich werde da sein, ich werde applaudieren.“
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