Der Wahlkampf kommt ins Rollen – aber nicht nur, wenn Kanzler Nehammer und SPÖ-Chef Babler durch Österreich touren. Auch im Internet wird um Stimmen gebuhlt, und das nicht immer mit fairen Mitteln, wie die Landes-SP mutmaßt. FPÖ und MFG würden die User mit KI-generierten Bildern in die Irre führen.
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erklärt per Video seinen Rücktritt. US-Präsident Joe Biden hält Demokraten per Anruf ab, zur Wahl zu gehen: Prominente Beispiele von durch Künstliche Intelligenz (KI) manipulierten Bildern und Videos gibt es mittlerweile genug.
Keine „Deep Fakes“
Auf Initiative der SPÖ verständigten sich im März alle Landtagsparteien mit Ausnahme von FPÖ und MFG darauf, im Nationalratswahl auf derartige „Deep Fakes“ zu verzichten. Die Landesgeschäftsführer unterzeichneten eine „Vereinbarung gegen die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur strategischen Verbreitung von Falschinformationen im Super-Wahljahr 2024“.
Es sei „bezeichnend“, dass FPÖ und MFG die Vereinbarung nicht mittragen, meinte SPÖ-Manager Florian Koppler damals. Fairness liege in der DNA der Partei, argumentierte wiederum die FPÖ.
Blond und blauäugig
Das stellt Koppler jetzt in Frage: „Auf ihren Social-Media-Kanälen zeigt sich deutlich, weshalb die FPÖ die KI-Vereinbarung nicht unterzeichnet hat“. Konkreter Vorwurf: Ein Bild, das der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) u. a. auf Facebook postet, sei „offensichtlich“ KI-generiert. Es zeigt das Idealbild von Österreichs Bevölkerung aus Sicht der Jung-FPÖler: blonde, blauäugige, hellhäutige Bergwanderer. „Talahons“ (Jugendjargon für Jugendliche mit Migrationshintergrund) passen nicht ins Weltbild der FPÖ.
„Nichts verfälscht“
Dass der RFJ derartige Bilder nicht als KI-generiert kennzeichnet, sei irreführend, so Kopplers Vorwurf. In der FPÖ zeigt man sich auf Anfrage verwundert: Ja, das Bild sei KI-generiert, aber: „Es wird nichts verfälscht, nichts abgeändert. Nicht jedes KI-generierte Bild ist Deep Fake“, heißt es aus der Parteizentrale. Das sieht Koppler anders: „Die Nutzung von KI-generierten Bildern und Videos öffnet die Tür für Manipulation und Täuschung.“
Auch die MFG, die die Vereinbarung ebenfalls nicht unterzeichnet hat, arbeite mit KI-generierten Bildern, meint der SPÖ-Politiker – etwa um den Eindruck entstehen zu lassen, das Volk werde von einer Systemmacht massenhypnotisiert. Dazu Klubchef Manuel Krautgartner: „Wir gehen davon aus, dass dessen künstliche Herkunft für die Betrachter offensichtlich ist und keine Verwechslungsgefahr mit einem „echten“ Bild besteht.“
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