KI im Hintergrund

Was mit unseren Posts auf Facebook und Co passiert

Oberösterreich
19.04.2026 14:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Gründungsprofessor Bernd Resch von der neuen Linzer Digitaluni analysiert Milliarden von Beiträgen in Sozialen Medien, um so Informationen zu Krisen und Naturkatastrophen an Einsatzkräfte weiterzuleiten. Bedenken zum Datenschutz kontert er.

„Dramatische Szenen spielen sich gerade in Hallein ab. Die Altstadt ist überflutet. Es wurde Zivilschutzalarm ausgerufen und die Bevölkerung soll in den Häusern bleiben“ – das postete ein Nutzer im Sommer 2021 auf dem Sozialen Netzwerk Instagram. Versehen mit einem Foto, das zwei Autos zeigt, die im Hochwasser versinken – siehe Auszug.

(Bild: Bernd Resch)

Was der Nutzer wohl nicht ahnte: Sein Beitrag landete nicht nur auf den Smartphones seiner Freunde, sondern auch in den Forschungsdaten von Bernd Resch. „Wir analysieren Milliarden von öffentlich verfügbaren Postings in Sozialen Medien“, erklärt der Gründungsprofessor der Linzer Digitaluni bei der „Krone“-Veranstaltungsreihe zum Thema Künstliche Intelligenz (siehe Infokasten unten). Durch die Analyse der Postings mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) können die Forscher dann feststellen, wo auf der Welt gerade eine Krise, etwa ein Erdbeben oder, wie in Hallein, ein Hochwasser ausbricht. „Wir bekommen einen Einblick in eine Situation, ohne dort zu sein, und das in Echtzeit“, sagt der Uni-Professor.

KI-Eventreihe der „Krone“

Drei Viertel der Oberösterreicher glauben, dass Künstliche Intelligenz (KI) Wirtschaft und Gesellschaft massiv verändern wird. Ein Drittel verwendet KI mehrmals pro Woche privat. Diese Studienergebnisse präsentierte IMAS-Meinungsforscher Paul Eiselsberg. Er war einer von vielen Vortragenden bei der „Krone“-Veranstaltungsreihe „KI – Zukunft gestalten“, die in den letzten Monaten in der Linzer Tabakfabrik stattfand. Vergangene Woche ging die letzte Ausgabe über die Bühne. Neben Digitaluni-Gründungsprofessor Bernd Resch (siehe Bericht) präsentierte dort auch Sonja Straßer, Professorin der FH OÖ, Forschungsergebnisse. Straßer forscht an KI, die Industrieunternehmen hilft, bei komplexen Verbindungen das optimale Mischverhältnis der Rohstoffe zu finden.

Postings-Kurve glich Infektionskurve
Die Postings auf Facebook und Co. werden von zwei Start-ups verarbeitet. Sie kooperieren mit Blaulichtorganisationen wie dem Roten Kreuz und können den Einsatzkräften Informationen zur Katastrophensituation übermitteln. Auch eine Prognosefunktion hat die KI: Zu Pandemie-Zeiten schaute die Kurve der Posting-Aktivitäten zu Corona fast genauso aus wie die Infektionskurve – allerdings war die Social-Media-Kurve zwei Wochen früher dran.

Bernd Resch bei der „Krone“-Veranstaltung.
Bernd Resch bei der „Krone“-Veranstaltung.(Bild: Markus Wenzel)

„Wissen nicht, wer gepostet hat“
Die Kehrseite dieser Analyse von Online-Postings ist der Datenschutz. Dem entgegnet Resch: „Wir verwenden rein öffentlich zugängliche Daten.“ Wer seine Accounts auf privat stellt, dessen Beiträge gelangen also nicht in die Forschungsdatenbank. Zudem sagt Resch: „Wir wissen nicht, wer was gepostet hat – bei uns gibt es keine Klarnamen. Und wir betrachten nicht einzelne Posts, sondern zusammengefasste Daten.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt