Auf Flüchtlingsheim

Vbg: Anschlag war “spontane Tat unter Alkoholeinfluss”

Österreich
29.01.2013 12:08
Die Vorarlberger Behörden haben den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in der Nacht auf Sonntag geklärt. Bei den beiden Verdächtigen, die am Montagabend einvernommen wurden, handle es sich um zwei Männer im Alter von 21 und 24 Jahren, hieß es von der Polizei. Es dürfte eine "spontane Tat unter Alkoholeinfluss" gewesen sein, ohne politisch motivierten Hintergrund.

Der 21-Jährige aus Zwischenwasser habe sich aufgrund des Fahndungsdrucks am Montagabend bei der Polizei gemeldet. Die Idee zu dem Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim sei spontan auf einer privaten Geburtstagsfeier im Ortsteil Batschuns entstanden. Gemeinsam mit dem 24-Jährigen - die beiden Männer kennen einander bereits seit Jahren - sei er zu einer Tankstelle in Feldkirch gefahren, um den Pkw aufzutanken und etwas zu essen, so die Angaben des Tatverdächtigen. Dort hätten sie eine Weinflasche mit Benzin gefüllt.

Danach habe der 21-Jährige seinen Wagen zu dem Haus gelenkt, in dem 23 Flüchtlinge leben. Der 24-jährige Beifahrer stieg aus und warf die brennende Flasche an die Hauswand. Danach fuhren die beiden zurück zur Feier. Der Inhalt der Flasche verbrannte innerhalb kürzester Zeit und hinterließ in der näheren Umgebung schwarze Rußspuren. Verletzt wurde niemand. 

Keine Hinweise auf rechtsradikalen Hintergrund
Die Ermittlungen zu dem Fall seien noch nicht abgeschlossen, so die Polizei. Man überprüfe noch die Angaben der beiden Männer. Beim 24-Jährigen gehen die Ermittler zwar von einer rechtsextremen Einstellung aus, dennoch gebe es keine Hinweise, dass hinter der Tat eine rechtsradikale Organisation steht bzw. dass die Tat von langer Hand geplant gewesen sei. Weitere Zeugen werden noch zu dem Vorfall befragt, hieß es seitens der Exekutive. Die beiden Tatverdächtigen wurden in Untersuchungshaft genommen und in die Justizanstalt Feldkirch überstellt, informierte die Vorarlberger Landespolizeidirektion.

Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge
Am Sonntagabend war es vor der Unterkunft zu einer spontanen Solidaritätskundgebung mit rund 300 Teilnehmern gekommen. Mit Kerzen signalisierten die Bewohner des Ortes ihre Unterstützung für die Flüchtlinge aus Pakistan, Syrien und Tschetschenien.

Für die 23 Bewohner bedeute der Vorfall natürlich eine "unangenehme Situation", so Martin Fellacher, Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe. Die Kundgebung vonseiten der Dorfgemeinschaft sei jedoch ein "super Signal" für die Flüchtlinge gewesen. "Sie erleben, dass das Dorf hinter ihnen steht, und dass man sie hier haben will", erklärte Fellacher.

Die Landespolizeidirektion kündigte nach dem Vorfall an, dass die Asylwerber-Unterkünfte in Vorarlberg ab sofort verstärkt kontrolliert würden. Die Heimleiter der einzelnen Unterkünfte stehen mit den Polizeiinspektionen in ständigem Kontakt, teilte die Exekutive mit.

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