Völlig geschwächt

Teenager irrte neun Wochen durch australischen Busch

Ausland
28.01.2013 11:26
In Australien ist ein 18-jähriger Teenager offenbar mehr als zwei Monate lang ganz alleine im Busch umhergeirrt. Wanderer entdeckten den desorientierten und bereits völlig abgemagerten Burschen am Sonntagabend und retteten ihm damit vermutlich das Leben.

Matthew Allen war am 27. November 2012 von zu Hause fortgegangen und nicht mehr zurückgekehrt. Seine Familie gab eine Vermisstenanzeige auf und hoffte immer auf ein Lebenszeichen des Burschen. Die Angehörigen befürchteten aber schon das Schlimmste, denn Matthew hatte weder sein Handy mitgenommen, noch gab es Bewegungen auf seinem Konto.

Ausgedehnte Suchaktionen der Polizei und von Sicherheitskräften waren erfolglos verlaufen, und die Chance, den jungen Mann lebend zu finden, schien bereits sehr gering. Doch am Sonntag entdeckten zwei Wanderer den Teenager im Busch - nur zwei Kilometer von seinem Elternhaus entfernt.

Nur noch 40 Kilo, übersät mit Blutegeln
Matthew war so geschwächt, dass er von einem Hubschrauber aus mit einer Seilwinde aus dem unwegsamen Gelände geborgen werden müsste. Wie lokale Medien berichteten, habe er fast die Hälfte seines bisherigen Körpergewichtes verloren und wiege nur mehr rund 40 Kilo, sein Körper sei übersät mit Moskitostichen, er leide zudem unter Wundbrand an den Füßen und dem unteren Teil der Beine. "Er war komplett dehydriert, litt unter teilweiser Blindheit und hatte überall Blutegel", ergänzte der Polizist Glyn Baker.

Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wurde Matthew sofort ins Hornsby-Krankenhaus gebracht, wo er auch erstmals seit November wieder mit seiner Familie zusammentraf. Die Eltern waren laut Berichten überglücklich, als sie ihren Sohn wieder in die Arme schließen konnten.

"Dahinter muss mehr als Ausreißer-Geschichte stecken"
Eine Einvernahme des Burschen war vorerst nicht möglich. Die Polizei hoffte am Montagvormittag aber, bald mit Matthew sprechen zu können, denn sie vermutet nicht nur eine ganz normale Ausreißer-Geschichte hinter dem langen Verschwinden des 18-Jährigen. "Da muss mehr dahinterstecken", so ein Beamter.

Bis sich der Teenager äußern wird, kann es aber noch einige Zeit dauern, denn nun muss er sich erst einmal von den Strapazen erholen. Immerhin erzählte Matthew aber schon, dass er sich am Leben gehalten habe, indem er Wasser aus einem nahezu ausgetrockneten Flussbett trank. Dass er so selbst die Rekordhitze von um die 45 Grad in Australien (siehe Infobox) überlebt hat, grenzt trotzdem an ein Wunder.

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