Massive Kursstürze

Expertin beruhigt: Kein Crash, nur ein „Ausreißer“

Wirtschaft
06.08.2024 11:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Kurseinbruch an den internationalen Leitbörsen am Montag haben die Aktienmärkte vorbörslich wieder mit einem Plus gestartet. Börsenexpertin Monika Rosen beruhigt: Sie sieht keinen Börsencrash, auch wenn der japanische Leitindex um rund zwölf Prozent gefallen ist.

Vielmehr seien Sondersituationen in Japan sowie zögerliche Zinsschritte in den USA verantwortlich, so Rosen am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“. 

Gegenbewegung nach „sehr, sehr sportlichen“ Kursanstiegen
Die Kursanstiege im ersten Halbjahr bezeichnete die Börsenexpertin als „sehr, sehr sportlich“, vor allem in Japan. Insofern habe es durchaus Platz nach unten gegeben. „Das war vielleicht doch ein Ausreißer“, so Rosen.

Als „erwartbar“ wollte Rosen die Entwicklung nicht bezeichnen, allerdings verwies sie auf Faktoren wie eine beginnende konjunkturelle Schwäche gepaart mit einer Zinsanhebung. Der stärkere Yen sei zudem Gift für die Exportnation Japan. Die Schwankungsanfälligkeit werde ihrer Meinung nach anhalten, aber „Crash würde ich keinen sehen“.

US-Notenbank zu zögerlich
In den USA habe sich die Notenbank mit der Zinssenkung zu viel Zeit gelassen, so Rosen, die auch Vizepräsidentin der österreichisch-amerikanischen Gesellschaft ist. Dass sich die Konjunktur nach den starken Zinsanhebungen abkühle, sei bedauerlich – vor allem für jene, die ihren Job verloren haben.

Börsenexpertin Monika Rosen sieht keinen Crash, geht aber mit der US-Notenbank hart ins Gericht.
Börsenexpertin Monika Rosen sieht keinen Crash, geht aber mit der US-Notenbank hart ins Gericht.(Bild: Krone KREATIV/Klemens Groh)

„Es gibt Marktteilnehmer, die glauben, dass die Notenbank eine außertourliche Zinssenkung machen wird“, meinte Rosen, sie erwarte aber eine Zinssenkung zum nächsten regulären Termin Mitte September. Die Frage sei nur, in welcher Höhe: ein Viertelpunkt oder gleich ein halber Punkt stehen zur Debatte. Dann sollten weitere Senkungen folgen – wenn die Arbeitsmarktdaten entsprechend ausfallen.

Tech-Hoffnungen „etwas überzogen“
Die Erwartungen in die Tech-Branche, und hier vor allem in Künstliche Intelligenz, waren hoch. Die Hoffnung auf die Technik war, wie Rosen anmerkte, etwas überzogen. Es werden jedoch nicht nur wenige Tech-Aktien, sondern auch ganze Sektoren an der Börse „Rückenwind“ erhalten.

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