Sa, 20. Oktober 2018

Wies'n-Lexikon

01.09.2005 12:45

Nur ned "in d' Faust neilaffa"!

Oktoberfest-Anfänger sollten meiden, was die Einheimischen nett als "In-d'-Faust-Neilaffa" umschreiben - es ist ein gezielter Kinnhaken. Kassieren können Männer den Schlag etwa mit "wildem Biesln", wenn sie die Schlange vor den Toilettenwagen beim größten Volksfest der Welt umschiffen.

Mit seinem jüngst erschienenen Büchlein "Das Wiesn-Abc" gibt der Naumann-Verlag alten und neuen Fans des Münchner Oktoberfests ein satirisch-literarisches Wörterbuch mit auf den Weg zur Theresienwiese. Es ist zum Lernen ebenso geeignet wie für Leser, die einfach "a Gaudi" haben wollen, versichert der Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer im Vorwort des "Wiesn- Abc". 

"In der femininen Variante meist Dirndl-Matrone mit Sumo-Ringer- Format", heißt es etwa zum Stichwort Bedienung. Die männliche Fassung spreche oft tschechischen Dialekt. Amerikaner werden als "meist in Rudeln mit Shorts, Baseballmütze und Hawaiihemden auftretende Spezies" erklärt und das Hendl als "gegrillter Vogel, der zur Wiesn einen wahren Massenmord erlebt". Das Münchner Kindl erscheint als "Wahrzeichen der bayrischen Landeshauptstadt, das eigentlich einen Tegernseer Mönch darstellt, aber eine Geschlechtsumwandlung erlebt". 

Auch der Regierungspartei im Freistaat hat das Lexikon des Autoren-Quartetts Ritsch Ermeier, Werner Gerl, Peter Röckl und Walter Zinkl einen Absatz gewährt, in dem allerdings gleich die Opposition und der ungeliebte nordbayerische Nachbar mit erklärt werden: Die CSU als "bayrische Mehrheitspartei von Anbeginn der Zeit bis zum Jüngsten Tag" steht für das Gute, die "Sozis" seien grundsätzlich schuld an "Sauwetter, den hohen Bierpreisen und den Lederhosn-Preißn". Alkoholfreies Bier wird den Grünen zugeschoben und die Schuld an Franken tragen laut Wiesn-Abc schlicht - "die Franken".

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