Seit Kurzem ist Nutella-Eis von Ferrero auf dem Markt. In dem gehypten Produkt ist aber gar kein Nutella enthalten, wie der Verbraucherschutz jetzt herausgefunden hat.
„Der Verdacht liegt nahe, dass eine Nuss-Nougat-Creme mit abweichender Rezeptur drin ist“, heißt es. So sei etwa kein Palmöl im Eis enthalten, berichtet der deutsche Fernsehsender RTL online. „Wir suchen diese offensichtlich so wichtige Zutat für Nutella vergebens im Nutella-Eis.“ Gleichzeitig wiesen die Konsumentenschützerinnen und Konsumentenschützer darauf hin, dass Palmöl ohnehin umstritten sei, weil es der Umwelt schade.
Der Verdacht liegt nahe, dass eine Nuss-Nougat-Creme mit abweichender Rezeptur drin ist.
Deutsche Verbraucherzentrale
Nur wenige Haselnüsse
Das fehlende Palmöl ist aber nicht das Einzige, das die deutsche Verbraucherzentrale bemängelt. So wird etwa versprochen, dass Haselnüsse enthalten seien. Tatsächlich sind es nur 6,5 Gramm pro 100 Gramm Eis. Damit Haselnusseis als solches benannt werden darf, sind aber mindestens 7,2 Gramm für diese Menge nötig.
Stattdessen wird beim Eis auf sieben Zusatzstoffe und zusätzliche Aromen gesetzt. Das Original Nutella kommt mit einem einzigen Zusatzstoff, nämlich Lecithin, aus.
Ferrero: Erfüllen Vorgaben
Die Verbraucherzentrale hat den italienischen Süßwarenhersteller mit den Vorwürfen konfrontiert und folgende Antwort bekommen: „Um die richtige Konsistenz und Cremigkeit von Nutella im Speiseeis bei Tiefkühltemperaturen zu gewährleisten, haben wir uns für die Verwendung von Sonnenblumenöl entschieden.“
Um die richtige Konsistenz und Cremigkeit von Nutella im Speiseeis bei Tiefkühltemperaturen zu gewährleisten, haben wir uns für die Verwendung von Sonnenblumenöl entschieden.
Ferrero
Außerdem sei ein gewisser Lufteinschlag notwendig, „um das gewohnte Geschmackserlebnis zu erreichen“. Das Eis erfülle aber jedenfalls die Vorgaben für Speiseeis. Mit Lufteinschlag ist in diesem Fall gemeint, dass Konsumentinnen und Konsumenten bei einem Volumen von 470 Millilitern gerade einmal 230 Gramm Eis bekommen.
Der Verbraucherschutz spricht aus diesen Gründen von einer „eiskalten Abzocke mit einer dreisten Mogelpackung“. Die Aufmachung des Eises führe dazu, dass echtes Nutella erwartet werde.
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